„Inszenierte Airshow“: Meinl-Reisinger erklärt Rückholaktion nach FPÖ-Kritik
Die Rückholflüge für Österreicher aus dem Nahen Osten sorgen für politische Debatten. Nach heftiger Kritik am medienwirksamen Empfang der Heimkehrer am Flughafen Wien erklärt Außenministerin Beate Meinl-Reisinger nun die Evakuierungsaktion.
Die Rückholaktion für Österreicher aus dem Nahen Osten entwickelt sich zunehmend zu einem innenpolitischen Streitfall. Auslöser ist ein medienwirksamer Empfang der ersten Heimkehrer durch Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (Neos) am Flughafen Wien-Schwechat. Die FPÖ sprach von einer „inszenierten Airshow“ und kündigte eine parlamentarische Anfrage an.
Österreich hatte wegen der angespannten Lage im Nahen Osten eine umfangreiche Evakuierungsaktion gestartet. Ein Charterflug aus der omanischen Hauptstadt Maskat brachte mehr als 170 Österreicher nach Hause. Weitere Ausreisen folgten anschließend, teils per Flugzeug, teils über Land. Insgesamt waren laut Außenministerium rund 18.000 Österreicher in der Krisenregion registriert.
800 Menschen ausgeflogen
Kritik entzündete sich daran, dass Meinl-Reisinger die ersten Rückkehrer persönlich empfing – begleitet von einem Medien- und Social-Media-Team ihres Ministeriums. Bilder und Videos davon wurden anschließend veröffentlicht. Die Opposition wirft der Außenministerin vor, die Aktion für Eigen-PR genutzt zu haben.
In der „ZIB2“ verteidigte Meinl-Reisinger nun die Arbeit ihres Ressorts. Man habe „ganz viel positive Rückmeldungen“ erhalten, sagte sie. Insgesamt seien rund 1.200 Österreicher bei der Ausreise unterstützt worden, mehr als 800 Menschen seien schließlich ausgeflogen worden.
Die Organisation sei angesichts der eingeschränkten Flugverbindungen schwierig gewesen. „Jedes Mal kann man lernen“, sagte die Ministerin mit Blick auf mögliche Verbesserungen. Besonders problematisch seien kurzfristige Landegenehmigungen und verfügbare Flug-Slots gewesen.
Zudem seien nicht alle angebotenen Plätze genutzt worden. Bei einem gecharterten Bus mit 200 Sitzplätzen seien etwa 160 angemeldete Personen letztlich nicht erschienen. Auch Telefonleitungen der Botschaften seien zeitweise überlastet gewesen. Dennoch habe die Evakuierungskette insgesamt funktioniert, betonte Meinl-Reisinger.
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