Islamisten in Syrien verbieten Alkohol
In Syriens Hauptstadt greift die Regierung hart durch – Alkohol wird fast komplett verbannt. Kritiker warnen vor einem gefährlichen Kurs Richtung religiöser Bevormundung.
In Syriens Hauptstadt wird Alkohol künftig fast vollständig aus dem öffentlichen Leben gedrängt. Die Behörden in Damaskus haben den Verkauf in Restaurants und Nachtclubs untersagt und den Ausschank damit praktisch beendet. Wie Reuters berichtete, darf künftig Alkohol nur noch in bestimmten christlich geprägten Vierteln verkauft werden – und auch dort ausschließlich in versiegelten Flaschen zum Mitnehmen.
Zusätzlich gelten strenge Auflagen für die Standorte der Verkaufsstellen, die Abstand zu religiösen Einrichtungen, Schulen sowie staatlichen Gebäuden halten müssen. Betroffene Betriebe haben drei Monate Zeit, sich an die neuen Vorgaben anzupassen.
"Schutz der öffentlichen Moral"
Offiziell begründen die Behörden den Schritt mit Beschwerden aus der Bevölkerung und dem Schutz der „öffentlichen Moral“. Doch die Entscheidung wird von vielen als weiteres Zeichen dafür gewertet, dass die islamistisch geführte Regierung den gesellschaftlichen Kurs des Landes verschärft. Schon seit dem Sturz von Bashar al-Assad gab es immer wieder Maßnahmen, die auf eine stärkere religiös-konservative Prägung des Alltags hindeuten. Dazu zählen auch Eingriffe während des Ramadan sowie weitere Vorschriften, die das öffentliche Verhalten stärker regeln sollen.
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