Italien greift durch: Deutsches NGO-Schiff „Sea-Watch 5“ festgesetzt
Nach einem umstrittenen Mittelmeer-Einsatz zieht Rom die Reißleine: Das deutsche NGO-Schiff „Sea-Watch 5“ wurde für 20 Tage festgesetzt, dazu kommt eine Geldstrafe von 10.000 Euro. Der Vorwurf: Die Besatzung ignorierte staatliche Vorgaben und setzte sich über Anweisungen hinweg.
124 Migranten gehen von der „Sea-Watch 5“ im Hafen von Neapel an Land – NEAPEL, ITALIEN – 29. SEPTEMBERIMAGO/Anadolu Agency
Italien macht im Streit mit privaten Seenotrettern ernst. Nach der Rettung von knapp 100 Migranten im Mittelmeer ist das Schiff „Sea-Watch 5“ für 20 Tage festgesetzt worden. Zusätzlich verhängten die Behörden eine Geldstrafe von 10.000 Euro gegen die NGO.
Wie die Welt berichtete, hatte die Crew Mitte März rund 100 Menschen an Bord genommen. Statt jedoch den von Italien zugewiesenen Hafen im Norden des Landes anzulaufen, steuerte das Schiff schließlich Trapani auf Sizilien an. Nach Angaben der Organisation verweigerte die Besatzung außerdem die Kommunikation mit libyschen Stellen.
Rückendeckung aus Deutschland
Aus Deutschland ließ politische Unterstützung für Sea-Watch nicht lange auf sich warten. Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Lars Castellucci (SPD), stellte sich hinter die Organisation und kritisierte die Blockade des Schiffes. Das berichtete die Frankfurter Rundschau.
In Italien dürfte diese Einmischung allerdings kaum für Begeisterung sorgen. Dort wächst seit Jahren die Kritik an privaten Rettungsmissionen, denen Gegner vorwerfen, staatliche Entscheidungen zu unterlaufen und die ohnehin explosive Migrationsfrage weiter anzuheizen.
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