Auslöser der Umfrage waren Sporrers jüngste Aussagen zum Umgang mit strafunmündigen Intensivtätern. Trotz mehrerer spektakulärer Gewaltverbrechen durch Zwölf- und Dreizehnjährige lehnt die SPÖ-Politikerin eine Senkung des Strafmündigkeitsalters weiterhin kategorisch ab. Stattdessen will sie einen neuen Weg einschlagen.

„Kinder gehören nicht eingesperrt“

„Kinder gehören erzogen und nicht eingesperrt“, erklärte Sporrer in einem Interview mit der „Kronen Zeitung“. Straffällige Kinder sollen künftig aus ihrem bisherigen Umfeld herausgenommen und in kleinen sozialpädagogischen Wohngemeinschaften untergebracht werden. Dort könnten sie zwar auch gegen ihren Willen bleiben müssen, die Ministerin spricht jedoch bewusst nicht von Haft, sondern von einer Form des staatlich angeordneten Aufenthalts. Nach ihren Vorstellungen soll der Staat in solchen Fällen sogar die Obsorge übernehmen können. Ziel sei es, die Kinder aus kriminellen Milieus herauszulösen und vor weiterem Abrutschen zu bewahren. Einen entsprechenden Gesetzesvorschlag kündigte Sporrer für den Herbst an.

Senkung der Strafmündigkeit bleibt tabu

Mit ihrer Haltung steht Sporrer allerdings zunehmend unter Druck. Der

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berichtete. Nach mehreren brutalen Gewalttaten, an denen strafunmündige Kinder beteiligt gewesen sein sollen, werden die Rufe nach einer Verschärfung des Jugendstrafrechts lauter. Integrationsministerin Claudia Bauer sprach sich zuletzt offen dafür aus, das Strafmündigkeitsalter auf zwölf Jahre zu senken. Auch aus der Opposition kommt seit Monaten die Forderung nach einem härteren Vorgehen gegen Jugendbanden und Intensivtäter.

Sporrer hält dagegen. Sie argumentiert, dass Kinder in erster Linie Schutz und Erziehung benötigten. Gleichzeitig räumt sie ein, dass strafmündige Täter gezielt strafunmündige Kinder für Einbrüche und andere Delikte einsetzen, weil diese strafrechtlich nicht belangt werden können.

Deutliches Signal der Leser

Die exxpress-Leser scheinen von diesem Kurs jedoch kaum überzeugt. Das Ergebnis der Umfrage fällt eindeutig aus: Neun von zehn Teilnehmern glauben nicht, dass Sporrers Maßnahmen ausreichen, um die zunehmende Jugendkriminalität wirksam einzudämmen.