Wie The Wall Street Journal berichtete, trad das Gesetz trat am Donnerstag in Kraft.

Die neue Vorschrift geht weit:

-Führerscheine von Personen, die ihren Geschlechtseintrag geändert haben, werden für ungültig erklärt.

-Geänderte Geburtsurkunden verlieren ihre Gültigkeit.

-Transgender-Personen dürfen öffentliche Toiletten nur entsprechend ihrem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht nutzen.

-Bürger können Transgender-Personen verklagen, wenn diese Toiletten nutzen, die nicht ihrem Geburtsgeschlecht entsprechen.

Andere Bundesstaaten wie Florida, Tennessee und Texas erlauben ebenfalls nicht, dass Führerscheine das Geschlecht einer trans Person widerspiegeln. Die Regelung in Kansas geht jedoch weiter, indem sie bereits vorgenommene Änderungen an bestehenden Ausweisen rückgängig macht.

Klage wegen Verfassungsverstoßes

Die beiden Kläger stammen aus Lawrence im Bundesstaat Kansas und treten unter Pseudonymen auf. Beide wurden bei der Geburt dem weiblichen Geschlecht zugeordnet, identifizieren sich seit Jahren als Männer und leben als Männer. Ihre Führerscheine weisen sie als männlich aus.

In der Klage heißt es, der Bundesstaat sei „schwierig oder unmöglich ohne Auto zu erschließen“. Einer der Kläger arbeitet als Verwaltungsangestellter an der Universität von Kansas. Der Verlust der Fahrerlaubnis würde ihn seinen Job kosten. Der andere ist Barkeeper und müsste ohne gültigen Führerschein gegen drei Uhr morgens mit dem Fahrrad nach Hause fahren.

Die Kläger argumentieren, das Gesetz verletze ihre in der Verfassung von Kansas garantierten Rechte auf Privatsphäre, Gleichheit und freie Meinungsäußerung.

Beklagt werden der Bundesstaat Kansas, der Generalstaatsanwalt sowie die Fahrzeugbehörde.

Auch Toilettennutzung betroffen

Das Gesetz betrifft auch öffentliche Gebäude wie Bibliotheken, Schulen und andere Einrichtungen. Wer als Transgender-Person weiterhin eine Toilette nutzt, die nicht dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht entspricht, riskiert Geldstrafen oder Anklagen wegen eines Vergehens.

Das republikanisch dominierte Parlament von Kansas verabschiedete das Gesetz im Februar und überstimmte dabei das Veto der demokratischen Gouverneurin Laura Kelly.