Statt sich in Vergangenheitsbewältigung zu verlieren, müsse es jetzt um konkrete Schritte zur Beendigung des Krieges gehen. Geschichtliche Narrative würden häufig als Vorwand genutzt, um Entscheidungen hinauszuzögern. „Es ist eine Verzögerungstaktik“, so Selenskyj. Sein Ziel sei ein rasches, greifbares Ergebnis – keine endlosen Debatten über Motive und Deutungen.

Selenskyj: „Hege keinen persönlichen Groll gegen ihn“

Auch in einem Interview mit Moderator Piers Morgan unterstrich der Präsident seine nüchterne Haltung gegenüber Kremlchef Wladimir Putin. Sollte es zu einem persönlichen Treffen kommen, werde er „ausschließlich auf praktische Lösungen“ fokussiert sein. Emotionen hätten dabei keinen Platz. „Ich hege keinen persönlichen Groll gegen ihn. Keine Gefühle, überhaupt keine“, sagte Selenskyj. Er müsse zudem Aggression nicht rechtfertigen, da die Ukraine nicht der Angreifer sei.

Selenskyj bekräftigte erneut seine Bereitschaft zu direkten Gesprächen mit Putin – jedoch nicht in Russland oder Weißrussland. Ein Treffen in einem Drittstaat sei möglich. Auch weitere Verhandlungen zwischen Delegationen sollen laut Selenskyj wieder in der Schweiz stattfinden. Es sei ihm wichtig, dass Gespräche in Europa geführt werden.