Es war ein blauer Samstag im Herzen Wiens. Bei hochsommerlichen Temperaturen strömten tausende Menschen auf den Stephansplatz — Familien, Jugendliche, ältere Semester, Menschen aus allen neun Bundesländern und allen gesellschaftlichen Schichten. Die John-Otti-Band heizte die Stimmung an, bevor Herbert Kickl kurz gegen 19:00 Uhr auf die Bühne trat.
Er ließ sofort eine Bombe platzen: „Wir machen mit dieser Feier noch etwas — wir machen eine Generalprobe. Eine Generalprobe dafür, was passieren wird, wenn wir unser großes Ziel erreichen und die nächste Wahl gewinnen. Dann gibt es ein noch viel größeres Volksfest.”

Prominente Gratulanten: AfD-Chefin Alice Weidel, Ex-Premier Viktor Orbán und PVV-Chef Geert Wilders feierten gemeinsam mit FPÖ-Chef Herbert Kickl das 70-Jahr-Jubiläum der Freiheitlichen.
Prominente Gratulanten: AfD-Chefin Alice Weidel, Ex-Premier Viktor Orbán und PVV-Chef Geert Wilders feierten gemeinsam mit FPÖ-Chef Herbert Kickl das 70-Jahr-Jubiläum der Freiheitlichen.

Gäste aus ganz Europa

Vor Kickls Rede traten drei prominente internationale Gäste auf die Bühne. Geert Wilders (PVV, Niederlande) gratulierte der FPÖ und betonte: „Wir haben die Pflicht, unser Land zurückzubekommen. Die Einwanderung hat unsere Kultur kaputt gemacht.” Der abgewählte ungarische Ex-Premier Viktor Orbán richtete sich direkt ans Publikum: „Wer auch immer euch leise machen will — gebt nicht auf und kämpft weiter! Helft Kickl, Bundeskanzler zu werden. Das ist die einzige Lösung.” Und AfD-Chefin Alice Weidel, die von der jubelnden Menge mit „Alice, Alice”-Rufen empfangen wurde, richtete Worte direkt an Kickl: „Lieber Herbert, du hast alles richtig gemacht. Du hast dich nicht von den Schwarzen verbiegen lassen. Er ist der Kanzler für euch alle.”

„Die guten alten Zeiten werden wir wiederbeleben"

In seiner Rede zeichnete Kickl ein düsteres Bild der aktuellen Regierung — und ein nostalgisches Gegenbild. Es habe eine Zeit gegeben, so Kickl, in der man mit einem Einkommen eine Familie ernähren konnte, in der Frauen sich abends sicher im öffentlichen Raum bewegen konnten, in der Schulen funktionierten und Österreich international respektiert war. „Diese guten alten Zeiten werden wir nicht vergessen, sondern wir werden sie wiederbeleben.”

Die amtierende Dreierkoalition bezeichnete er als „unfähigste, größte und teuerste Regierung aller Zeiten”, die einen „Raubzug gegen die eigene Bevölkerung” betreibe. Während Pensionisten und Familien mit Belastungswellen konfrontiert seien, fließe Steuergeld in die Ukraine und in illegale Einwanderung. Außenministerin Meinl-Reisinger nahm er besonders ins Visier: „Jedes Mal wenn sie in Kiew ist, sind wieder ein paar Millionen österreichisches Steuergeld weg.”

Ausgelassene Stimmung am Wiener Stephansplatz: Besucher aus allen neun Bundesländern — Familien, Jugendliche, ältere Semester — feierten trotz Sommerhitze das große blaue Volksfest im Herzen der Stadt.
Ausgelassene Stimmung am Wiener Stephansplatz: Besucher aus allen neun Bundesländern — Familien, Jugendliche, ältere Semester — feierten trotz Sommerhitze das große blaue Volksfest im Herzen der Stadt.

„Remigration — ich werde das Wort trotzdem aussprechen"

Unmissverständlich positionierte sich Kickl auch in der Migrationsfrage: „Ohne Remigration gibt es kein vernünftiges Asylsystem. Wer das leugnet, kann die rot-weiß-rote Fahne einrollen und die weiße aufhängen — und dazu bin ich nicht bereit.” Die FPÖ werde die „Festung Österreich” bauen, daran führe kein Weg vorbei.

Den Umfragen zufolge kratze die FPÖ gerade an der 40-Prozent-Marke — für Kickl nur ein Zwischenziel: „Sprengen wir den Deckel weg. Wir sind nur noch eine einzige Nationalratswahl davon entfernt, in eine neue Epoche einzutreten.”

Was Kickl den Österreichern verspricht

Für den Fall seiner Kanzlerschaft legte Kickl ein klares Programm vor: keine neuen Steuern, im Gegenteil — Steuersenkungen und Anreize für Leistungsträger. Bei Verwaltung und Bürokratie werde er „den Gürtel enger schnallen” und mit der Kettensäge durch den „Förderdschungel” gehen — Millionen für NGOs, die „kein Mensch braucht”, seien Geschichte.

Den „Klimakommunismus” kündigte er an mit einem „Staatsbegräbnis” zu beenden. Das Gesundheitssystem wolle er grundlegend sanieren: Es könne nicht sein, dass Kassenpatienten, die ihr Leben lang eingezahlt haben, schlechter behandelt werden als jene, die keinen Cent ins System eingebracht haben. Und: Österreich werde unter ihm wieder ein neutrales Land — kein EU-Beitritt der Ukraine, kein Steuergeld für den Krieg.