Kinder als Testobjekte: J.K. Rowling stellt sich gegen Pubertätsblocker-Studie
J.K. Rowling meldet sich erneut lautstark in der britischen Gender-Debatte zu Wort. Die Autorin der „Harry Potter“-Reihe hat eine Petition gegen eine geplante NHS-Studie zu Pubertätsblockern für Kinder unterzeichnet – und findet deutliche Worte. Auf der Plattform X schrieb sie: „Ich habe unterschrieben. Das ist ein unethisches Experiment an Kindern, die keine wirkliche Einwilligung geben können.“
Damit stellt sich Rowling offen gegen das Vorhaben vom britischen Gesundheitsminister Wes Streeting, eine neue staatlich genehmigte Studie zu ermöglichen, die den Einsatz von Pubertätsblockern bei Kindern und Jugendlichen untersuchen soll.
I've signed. This is an unethical experiment on children who can't give meaningful consent.https://t.co/zHvzVIyq7g
— J.K. Rowling (@jk_rowling) January 11, 2026
Hunderttausend Unterschriften – und scharfe Vorwürfe
Die Petition hat bereits fast 110.000 Unterschriften gesammelt. Darin heißt es, die Regierung sei sich der möglichen irreversiblen körperlichen und emotionalen Folgen von Pubertätsblockern bewusst. Wörtlich verweist das Schreiben auf den Cass-Review, der ein „inakzeptables Sicherheitsrisiko“ festgestellt habe.
Trotzdem, so die Kritik, sollen „hunderte Kinder“ im Rahmen einer staatlich abgesegneten Studie Pubertätsblocker erhalten. Ziel der Studie sei es laut Petition, Risiken und Nutzen der Medikamente bei Kindern zu bewerten, die sich als transgender identifizieren und deren Eltern zugestimmt haben.
Gegner des Projekts halten das für hochproblematisch – und kündigen bereits rechtliche Schritte an.
Drohende Klage vor dem High Court
Kritiker argumentieren, die Studie setze Kinder einer experimentellen Behandlung aus, die potenziell Schaden verursachen könne. Im Raum steht eine Klage vor dem High Court. Brisant: Die NHS hatte die routinemäßige Verschreibung von Pubertätsblockern bereits im März des Vorjahres eingestellt. Im Dezember folgte ein unbefristetes Regierungsverbot für private Kliniken.
Grundlage dafür war der Bericht der Kinderärztin Dr. Hilary Cass, die zu dem Schluss kam, dass die wissenschaftliche Evidenz für den Einsatz von Pubertätsblockern bei Kindern schwach sei.
Umstrittener Fragebogen für Kinder
Zusätzliche Kritik entzündet sich an Details der geplanten Studie. Wie die Daily Mail bereits im Vorjahr enthüllte, sollen teilnehmende Kinder einen Fragebogen zur Geschlechtsidentität ausfüllen.
Darin werde Geschlechtsidentität definiert als „jemandes inneres Selbstverständnis“. Kinder sollen ankreuzen, was ihre Identität „am besten beschreibt“ – mit Optionen wie „definitiv“ oder „hauptsächlich“ Junge oder Mädchen, „weder Junge noch Mädchen“, „nicht sicher“ oder „keine der genannten Optionen“.
Teilnehmer über zwölf Jahre sollen zusätzlich nach sogenannten „Gender-Identitäts-Labels“ gefragt werden, darunter Begriffe wie „Two Spirit“, „Agender“ oder „Genderqueer“.
Ärzte warnen vor Ideologie
Genau dieser Fragebogen sorgt bei medizinischen Fachleuten für Alarm. Die Allgemeinmedizinerin Dr. Louise Irvine, Co-Vorsitzende des Clinical Advisory Network on Sex and Gender, kritisierte die Fragen scharf. Gegenüber der Times sagte sie: „Das ist absolut lächerlich. Es zeigt, dass die gesamte Studie von einer gender-affirmativen Ideologie durchdrungen ist.“
Weiter erklärte sie: „Diese Frage wird die Ideologie in den Augen der Kinder verstärken.“ Zudem seien die Begriffe verwirrend: „Es wird verwirrend sein, und die meisten Kinder werden nicht einmal wissen, was das bedeutet.“
Auch Sue Evans, Psychotherapeutin und ehemalige klinische Pflegespezialistin an der inzwischen geschlossenen Tavistock-Genderklinik, äußerte Bedenken. Der Begriff „Two Spirit“ sei ein Konzept aus indigenen nordamerikanischen Kulturen und werde hier „in ideologischer Weise übertragen“.
Rowling warnt vor Gewalt und Einschüchterung
Parallel zur medizinischen Debatte äußerte sich Rowling auch zu zunehmenden Drohungen gegen Politiker. Nachdem die Mail on Sunday über geplante Angriffe auf Politikerbüros berichtet hatte, teilte Rowling den Bericht auf X und bezeichnete die Gruppe Bash Back als Teil einer „totalitären Bewegung“.
Sie schrieb: „Wer weiß, vielleicht nehmen unsere Politiker die Gewalt, die ein so zentrales Merkmal dieser totalitären Bewegung ist, endlich ernst.“
Wie Daily Mail berichtete, beschreibt sich die Gruppe Bash Back selbst als „trans-geführtes Direktaktionsprojekt mit Fokus auf vollständige transgender Befreiung“. Im August reklamierte sie die Verantwortung für die Verwüstung von Streetings Wahlkreisbüro in Ilford North. Fenster wurden eingeschlagen, die Worte „Kindermörder“ auf das Gebäude gesprüht.
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