Klärt ein Baggerfahrer den Pilnacek-U-Ausschuss auf?
Mit einem Lokalaugenschein und der ersten Zeugenbefragung startet am Mittwoch der Pilnacek-U-Ausschuss. Zum Auftakt steht ausgerechnet jener Baggerfahrer im Fokus, der die Leiche des früheren Justiz-Sektionschefs fand.
Nach monatelangen politischen Debatten nimmt der von der FPÖ eingesetzte Untersuchungsausschuss zum Tod des früheren Justiz-Sektionschefs Christian Pilnacek am Dienstag seine Arbeit auf. Am 14. Jänner ist zunächst ein Lokalaugenschein am Fundort der Leiche in Rossatz in Niederösterreich geplant. Dort war Pilnacek am 20. Oktober 2023 tot in einem Seitenarm der Donau entdeckt worden.
Die Ermittlungsbehörden kamen nach Obduktion und Untersuchungen zum Schluss, dass Pilnacek ertrunken ist. Als Todesursache wurden ein Unfall oder Suizid genannt, ein Fremdverschulden ausgeschlossen. Das Verfahren wurde eingestellt. Genau diese Ermittlungen und ihr Ablauf sollen nun im U-Ausschuss parlamentarisch beleuchtet werden.
Am darauffolgenden Tag, dem 15. Jänner, beginnen im Parlament die Zeugenbefragungen. Entgegen anfänglicher Erwartungen stehen dabei nicht prominente Politiker am Beginn, sondern ein einfacher Augenzeuge: Andreas F., ein Baggerfahrer der ViaDonau GmbH, der bei Arbeiten an der Donau den Leichnam Pilnaceks entdeckt hatte. Seine Wahrnehmungen und der Ablauf des Fundes sollen den Abgeordneten geschildert werden.
Im Anschluss sind mehrere Polizisten geladen, die am Einsatzort tätig waren. Sie sollen Auskunft darüber geben, welche Maßnahmen gesetzt wurden, welche Beobachtungen gemacht wurden und wie die ersten Erhebungen abliefen.
Später wollen die Ausschussmitglieder auch hochrangige politische Verantwortungsträger befragen, darunter frühere Regierungsmitglieder und Spitzenbeamte. Ziel des Ausschusses ist es laut Antragstellern, mögliche Unklarheiten oder offene Fragen rund um die Ermittlungen zum Tod Pilnaceks parlamentarisch aufzuarbeiten.
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