Im ORF-Dreierinterview versuchten Kanzler Christian Stocker (ÖVP), Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) und Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (Neos) dennoch Zuversicht zu verbreiten. Man habe aus der Energiekrise nach dem Ukrainekrieg gelernt, betonte Stocker. „Mit Energie- und Preisgesetzen haben wir Möglichkeiten geschaffen, steigenden Preisen entgegenzuwirken.“

Konkrete Markteingriffe wollte die Regierung aber noch nicht ankündigen. „Wir sind noch weit von den Preisentwicklungen wie 2022 entfernt“, so der Kanzler. Babler ergänzte: „Wir beobachten das ganz genau – Preisdeckel kommen, wenn sie notwendig sind.“ Auch neue Migrationsbewegungen durch den Iran-Konflikt sieht die Regierung derzeit nicht.

Meinl-Reisinger: „Gut, dass die Neos in der Regierung sind"

Politisch läuft es für das Dreierbündnis dennoch holprig. In aktuellen Umfragen hat die Koalition keine Mehrheit mehr. Babler erklärt das mit „großen Enttäuschungen durch die Politik“ in der Vergangenheit. Jetzt müsse man liefern: „Wir wollen das Land wieder auf Kurs bringen.“

Trotz Streitpunkten – etwa bei Wehrdienstreform, Bankenabgabe oder Bildung – präsentierten sich die drei geschlossen. Nur Meinl-Reisinger konnte sich eine Spitze nicht verkneifen: „Gut, dass die Neos in der Regierung sind – sonst wäre es wieder eine Große Koalition light.“

Einigkeit demonstrierte die Regierung vor allem beim Doppelbudget und bei der Kritik an FPÖ-Chef Herbert Kickl, der weiter Neuwahlen fordert. Doch während die Koalition Reformen verspricht, wächst draußen im Land der Druck.