Für Ärger scheint vor allem das Vorgehen der ÖVP zu sorgen. Seit Wochen wirbt sie öffentlich für ihr bevorzugtes Modell „8+2“: acht Monate Grundwehrdienst plus zwei Monate verpflichtende Milizübungen. Parallel dazu soll auch der Zivildienst auf zwölf Monate verlängert werden. Bei SPÖ und Neos stößt dieses Vorpreschen auf massiven Unmut. Statt interne Lösungen zu suchen, würden ständig fertige Positionen präsentiert, heißt es laut Heute aus beiden Fraktionen.

Uneinigkeit beim Zivildienst

Besonders heikel ist der Zivildienst. Die SPÖ lehnt eine Verlängerung klar ab. Zudem bräuchte eine Ausdehnung des Ersatzdienstes eine Zweidrittelmehrheit – ein politisch schwieriges Unterfangen. Zwar herrscht grundsätzlich Einigkeit darüber, die Miliz zu stärken, doch bei Dauer und Ausgestaltung des Präsenz- sowie Zivildienstes gehen die Meinungen deutlich auseinander.

Für zusätzlichen Zündstoff sorgte ein geplanter Medientermin der ÖVP unmittelbar vor der Koalitionssitzung. Dieser wurde nach interner Kritik kurzfristig abgesagt. Auch die vom Kanzler ins Spiel gebrachte Volksbefragung stößt bei SPÖ und Neos auf Ablehnung. Neos-Generalsekretär Douglas Hoyos betonte, die gewählte Politik müsse Verantwortung übernehmen und selbst entscheiden.