„Können Männer schwanger werden?“ Ärztin weicht aus – US-Senat eskaliert
Eine von den Demokraten geladene Gynäkologin sollte im US-Senat die liberale Abtreibungspolitik verteidigen – und scheiterte an einer simplen Frage: Können Männer schwanger werden? Statt einer Antwort folgte Ausweichen, Identitätsrhetorik und ein politischer Eklat, der das Internet seither in Brand setzt.
US-Senator Josh Hawley (r.) und Dr. Nisha Verma (l.): Ein erbitterter Schlagabtausch über die biologische Realität und politische Identitäten.X/@cspan/Screenshot
Die neue Realität der Trans-Medizin und eine Frage, die alles sprengte Eigentlich sollte es bei der Senatsanhörung um die Sicherheit von Abtreibungspillen gehen. Doch am Ende explodierte im US-Senat eine Debatte, die selbst Grundschulwissen ins Wanken brachte: „Können Männer schwanger werden?“
Eine einfache Frage. Eine geladene Gynäkologin. Und: keine klare Antwort.
Als eine Anhörung in einen Monty-Python-Sketch umschlug – aber ernst blieb
Im Rahmen der Senatsanhörung mit dem Titel „Schutz von Frauen: Aufdeckung der Gefahren chemischer Abtreibungsmedikamente“ diskutierten US-Senatoren über das Abtreibungsmedikament Mifepriston, das seit 2019 in den USA zugelassen ist.
Dr. Nisha Verma, eine doppelt fachzertifizierte Gynäkologin mit Spezialisierung auf reproduktive Gesundheitsversorgung, trat als medizinische Expertin auf. Sie arbeitet unter anderem in Georgia und Massachusetts.
Verma wurde von den Demokraten geladen, um die liberale Abtreibungspolitik zu verteidigen und ihre wissenschaftlich fundierte Perspektive einzubringen. Doch was niemand vorhersehen konnte, war, dass die Anhörung nicht nur politische Spannungen zutage fördern würde, sondern dass sie an grundlegenden wissenschaftlichen Fakten scheitern würde.
Warum diese Frage überhaupt gestellt wurde
Die Frage hatte einen ernsten Hintergrund: Es wurde der Vorwurf erhoben, dass Männer Abtreibungspillen beschaffen könnten, um Frauen unter Druck zu setzen, ein ungeborenes Baby abzutreiben. In diesem Kontext stellte Senatorin Ashley Moody die entscheidende Frage – und Josh Hawley griff sie auf, drehte sie und trieb sie bis zum äußeren Rand der politischen Debatte: „Können Männer schwanger werden?“
Eine einfache Frage – und der totale Zusammenbruch
Hawley fragte nicht nur einmal. Nicht zweimal. Sondern immer wieder. Er wollte eine klare Ja-oder-Nein-Antwort. Dr. Verma wich jedes Mal aus.
Sen. Josh @HawleyMO: "Can men get pregnant?"
— CSPAN (@cspan) January 14, 2026
Dr. Nisha Verma: "I'm not really sure what the goal of the question is."
Hawley: "The goal is just to establish a biological reality...Can men get pregnant?" pic.twitter.com/4egtfZrPgB
Statt eine wissenschaftlich fundierte Antwort zu liefern, sprach sie von „Identitäten“, von „Komplexität“ und von „Polarisierung“. Und erklärte: Ja-Nein-Fragen seien ein „politisches Werkzeug“. Kurz gesagt: Keine Antwort.
„Das Ziel ist die Wahrheit“
Hawley verlor allmählich die Geduld: „Das Ziel ist die Wahrheit.“ Er drängte weiter: „Ja-Nein-Fragen haben mit Wahrheit zu tun, Frau Doktor. Lassen Sie uns diese Anhörung nicht zur Farce machen.“
Er erinnerte sie daran, dass sie selbst in ihren Aussagen betont hatte, „Wissenschaft und Beweise sollten die Politik leiten, nicht umgekehrt“. Doch anstatt darauf zu reagieren, wich Verma erneut aus. Hawley verlor beinahe die Beherrschung und sagte: „Ich teste hier Ihre Glaubwürdigkeit als Medizinerin und Wissenschaftlerin.“
11 Prozent Nebenwirkungen – 22-mal mehr als offiziell
Hawley legte bei der Anhörung darüber hinaus neue Fakten auf den Tisch: Das Abtreibungsmedikament Mifepriston verursache laut den vorliegenden Daten in 11 Prozent der Fälle schwere gesundheitliche Komplikationen – und damit 22-mal mehr, als auf dem offiziellen FDA-Beipackzettel angegeben.
Auch zu dieser Zahl: Kein Widerspruch, keine Klarstellung, keine Antwort.
„Ich weiß nicht, wie wir Sie ernst nehmen sollen“
Als Verma weiter auswich, wurde Hawley klarer: „Ich weiß nicht, wie wir Sie als Person der Wissenschaft ernst nehmen sollen, wenn Sie nicht einmal diese grundlegende Realität anerkennen.“ Schließlich bemerkte er offen: „Ich dachte ehrlich gesagt, wir wären über diesen Punkt längst hinaus.“
Zum Abschluss stellte er klar: „Zur Klarstellung: Schwanger werden Frauen, nicht Männer.“
Schluss-Pointe: Wenn Wahrheit verhandelbar wird
Der mehrminütige Clip von der Anhörung ging anschließend viral. Das Netz tobt: Eine Gynäkologin, die nicht sagen will, wer schwanger werden kann. Ein Senat, der sich über medizinische Grundtatsachen streitet. Und eine Politik, in der selbst Wahrheit als „polarisierend“ gilt.
Oder anders gesagt: Wenn selbst diese einfache Frage nicht mehr beantwortet werden darf – dann ist nicht die Frage das Problem, sondern die Realität – die biologische, um genau zu sein. Das Ergebnis: Eine Abtreibungsdebatte, die an der biologischen Realität scheitert.
Anhörung oder Face? Ein Ausschnitt
Hawley: „Glauben Sie, dass Männer schwanger werden können?“
Verma: „Ich habe da gezögert, weil ich mir nicht sicher war, wohin das Gespräch gehen soll oder was das Ziel war. Ich betreue Patienten mit unterschiedlichen Identitäten. Ich betreue viele Frauen, ich betreue Menschen mit unterschiedlichen Identitäten. Das ist der Moment, an dem ich innegehalten habe. Ich war mir nicht sicher, worauf Sie hinauswollen.“
Hawley: „Nun, das Ziel ist die Wahrheit, also können Männer schwanger werden?“
Verma: „Wieder, der Grund, warum ich da zögere, ist, dass ich nicht wirklich weiß, was das Ziel der Frage ist …“
Hawley: „Das Ziel der Frage ist, eine biologische Realität festzustellen. Sie haben gerade gesagt, ‚Wissenschaft und Beweise sollten die Politik leiten, nicht die Politik.‘ Also testen wir diese Behauptung: Können Männer schwanger werden?“
Verma: „Ich betreue Menschen mit vielen Identitäten. Ich betreue viele Frauen, die schwanger werden können. Ich betreue auch Menschen, die sich nicht als Frauen identifizieren, die …“
Hawley: „Können Männer schwanger werden?“
Verma: „Wieder, wie ich sage …“
Hawley: „Lassen Sie mich nur daran erinnern, was Sie vorhin ausgesagt haben: ‚Wissenschaft und Beweise sollten die Politik leiten, nicht die Politik.‘ Also, können Männer schwanger werden?“
Verma: „Ich stimme vollkommen zu. Wissenschaft und Beweise sollten die Medizin leiten …“
Hawley: „Sagen Wissenschaft und Beweise uns, dass Männer schwanger werden können? Biologische Männer – können sie schwanger werden?“
Verma: „Ich denke auch, dass Ja-Nein-Fragen wie diese ein politisches Werkzeug sind.“
Hawley: „Nein, Ja-Nein-Fragen betreffen die Wahrheit, Doktor. Lassen Sie uns diese Anhörung nicht zur Farce machen. Es geht hier um Wissenschaft und Beweise. Jetzt frage ich Sie – Sie wissen, der Oberste Gerichtshof der USA hat gestern ausführlich über diese Frage verhandelt. Dies ist keine hypothetische Frage. Das ist keine Theorie. Es betrifft echte Menschen in ihrem realen Leben. Und Sie sind hier als Expertin – von der anderen Seite als Expertin geladen – und Sie haben uns gesagt, dass Sie Ärztin sind und der Wissenschaft und den Beweisen folgen. Also möchte ich wissen, basierend auf der Wissenschaft, können Männer schwanger werden? Das ist eine Ja-oder-Nein-Frage. Es ist wirklich einfach, denke ich.“
Verma: „Ich denke, Sie versuchen, die Komplexität des Lebens vieler Menschen zu reduzieren …“
Hawley: „Ich versuche nicht, das zu reduzieren. Es ist nicht komplex. Ich versuche, zu einer Antwort zu kommen und ehrlich gesagt Ihre Glaubwürdigkeit als Medizinerin und als Wissenschaftlerin zu testen. Können Männer schwanger werden?“
Verma: „Ich denke, Sie vermischen männlich/weiblich mit Mann/Frau.“
Hawley: „Nein, ich vermische nichts. Es gibt biologische Männer und es gibt biologische Frauen. Und ich möchte wissen, können Männer schwanger werden?“
Verma: „Was Sie ansprechen, sind …“
Hawley: „Sie werden meine Frage nicht beantworten.“
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