Kommt jetzt der Wehrpflicht-Hammer?
Eine Expertenkommission des Bundesheeres legt am 20. Jänner Reformvorschläge vor. Im Raum steht auch eine Verlängerung des Wehrdienstes. Innerhalb der Regierung mehren sich die Spannungen – eine Entscheidung könnte bald fallen.
Kommt in Österreich eine längere Wehrpflicht? Genau diese Frage könnte in den nächsten Tagen an Schärfe gewinnen. Eine vom Bundesheer eingesetzte Expertenkommission arbeitet an Reformvorschlägen zur Weiterentwicklung des Wehrdienstes. Präsentiert werden sollen die Ergebnisse am 20. Jänner – danach ist die Bundesregierung am Zug und will die Vorschläge prüfen.
Offiziell hält sich die Politik noch bedeckt. ÖVP-Ministerin Claudia Bauer (vormals Plakolm) ließ zuletzt offen, ob eine Verlängerung empfohlen wird. Hinter den Kulissen aber mehren sich Hinweise, dass eine Stärkung der Verteidigungsfähigkeit auch strukturelle Änderungen verlangen könnte – bis hin zu verpflichtenden Milizübungen und einer längeren Grundausbildung.
Streit in der Regierung
Innerhalb der Koalition ist das Thema umstritten. Während die ÖVP offenbar offener für Reformschritte ist, verweisen SPÖ und NEOS darauf, dass eine verpflichtende Verlängerung nicht im Regierungsprogramm stehe. Eine Festlegung dürfte daher erst nach der Kommissionspräsentation erfolgen – möglich ist auch, dass politische Weichenstellungen im Umfeld der Regierungsklausur fallen, kommuniziert aber später werden.
Und damit rückt automatisch auch der Zivildienst ins Blickfeld: Sollte der Grundwehrdienst verlängert werden, gilt es als wahrscheinlich, dass der derzeit neun Monate dauernde Wehrersatzdienst entsprechend angepasst wird. Bauer bezeichnete den Zivildienst als „tragende Säule“ für Sozial- und Gesundheitsbereich – zugleich zeigen die Zahlen Engpässe: 2025 wurden knapp 14.900 Zivildiener zugewiesen, der Bedarf aber nicht vollständig gedeckt, regional teils deutlich.
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