Korruptionsskandal: Ex-Energieminister in der Ukraine festgenommen
In der Ukraine spitzt sich ein Korruptionsskandal mit politischer Sprengkraft dramatisch zu: Der frühere Energieminister Herman Haluschtschenko ist offenbar bei dem Versuch festgenommen worden, das Land zu verlassen.
Das berichten die Antikorruptionsbehörden Sap und Nabu auf ihren offiziellen Telegram-Kanälen. Zwar nennen sie keinen Namen, doch die Onlinezeitung Ukrajinska Prawda identifiziert unter Berufung auf politische Quellen eindeutig Haluschtschenko.
Weitere Korruptionsfälle in der Ukraine
Der Ex-Minister steht im Zentrum schwerer Vorwürfe. Bereits im November hatten Korruptionsermittler eine Gruppe mutmaßlich bestechlicher Staatsdiener ins Visier genommen – darunter auch den damaligen Energieminister. Im Raum steht der Verdacht, dass beim staatlichen Stromkonzern Energoatom Gelder veruntreut wurden. Brisant: Das Geld soll eigentlich für Schutzbauten rund um Energieanlagen vorgesehen gewesen sein – also für Maßnahmen gegen russische Luftangriffe.
Der Fall gilt als größter politischer Skandal seit dem Amtsantritt von Präsident Wolodymyr Selenskyj. Die Affäre erschütterte das Machtgefüge in Kyjiw und führte zu weitreichenden Konsequenzen. Haluschtschenko musste sein Amt räumen. Ein weiterer Beschuldigter und Vertrauter Selenskyjs, Timur Minditsch, konnte sich Berichten zufolge ins Ausland absetzen.
Die Vorgänge zwangen den Präsidenten zu einem umfassenden Umbau der Regierung. Auch der einflussreiche Stabschef Andrij Jermak wurde ersetzt.
Mit der mutmaßlichen Flucht des Ex-Ministers und seiner Festnahme erreicht der Skandal nun eine neue Eskalationsstufe – und setzt die ukrainische Führung weiter unter Druck.
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