Deutliche Worte aus dem Exil: Kronprinz Reza Pahlavi schlägt Alarm. In einem exklusiven Interview mit Visegrád 24 und Middle East 24 warnt er vor einer schleichenden Islamisierung Europas – und nennt Belgien als konkretes Beispiel.

„Islamisten im eigenen Hinterhof“

„Ich habe die Europäer schon vor vielen Jahren gewarnt, dass sie eines Tages Islamisten im eigenen Hinterhof haben werden“, sagt Pahlavi. „Und wissen Sie was? Jetzt sind sie im Hinterhof Europas.“

Seine Warnung ist unmissverständlich: Europa stehe an einem Wendepunkt. Was viele lange als Randphänomen abgetan hätten, sei mittlerweile im Zentrum westlicher Gesellschaften angekommen.

„Das habe ich 1982 gesagt – heute ist es Realität“

Pahlavi sagt, er habe Europa schon „vor sehr, sehr vielen Jahren“ gewarnt, dass radikaler Islam nicht im Nahen Osten „stehenbleibt“. Anfang der 1980er habe er einem britischen Lord erklärt, Europa betrachte den Nahen Osten wie eine ferne Region: „Das betrifft uns nicht.“ Seine Prognose damals im Jahr 1982: Eines Tages werde es „in eurem eigenen Hinterhof“ sein. „Und wissen Sie was? Es ist jetzt in eurem eigenen Hinterhof.“

Iranische Oppositionelle demonstrieren am 14. Februar 2026 in München mit „Löwe-und-Sonne“-Flaggen und Plakaten von Reza Pahlavi gegen das Regime in Teheran.APA/AFP/Michaela STACHE

„Sofort heißt es: Islamophob“

Gleichzeitig kritisiert Pahlavi den Reflex, jede Warnung vor Islamismus als „Islamophobie“ abzutun: „Vor allem die Linke“ greife sofort zu diesem Vorwurf. Dabei würden gerade Muslime in Ländern wie Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten oder dem Iran selbst vor radikalem Islam warnen: „Das sind Muslime. Können Sie den Unterschied nicht erkennen?“

Beispiel Brüssel: Scharia und getrennte Busse?

Pahlavi berichtet von einem Gespräch mit einem Iran-Experten, der in unmittelbarer Nähe des Königspalasts in Brüssel lebt. Nur eine Meile vom Machtzentrum Belgiens entfernt gebe es in seinem Stadtteil Islamisten, die politische Initiativen vorantreiben.

Konkret gehe es nicht nur um die Einführung der Scharia, sondern sogar um die Forderung nach getrennten Bussen für Frauen und Männer – mitten in Brüssel. Für Pahlavi ist das ein Alarmsignal. „Sind wir an einem Punkt angelangt, an dem Menschen als Gäste in ein Land kommen – und statt sich zu integrieren und unsere Werte zu respektieren, diktieren sie uns, dass wir die Scharia ins europäische System integrieren sollen?“

Reza Pahlavi mit Ehefrau Yasmine auf der Bühne bei der Iran-Oppositionskundgebung am 14. Februar 2026 in München.APA/AFP/Michaela STACHE

Blick nach Iran: „Nichts Gutes kam aus der Scharia“

Der Sohn des letzten Schahs verweist auf die Entwicklung im Iran nach der Revolution von 1979. Im Namen der Scharia habe das Regime unter Ayatollah Chomeini zunächst zentrale Reformen des vorherigen Systems rückgängig gemacht – insbesondere im Familienrecht und bei den Rechten der Frauen. „Das war das Erste, was sie abgeschafft haben“, sagt Pahlavi. „Und dann ging alles bergab.“

Der Iran sei heute ein warnendes Beispiel dafür, wohin ein Staat steuere, der religiöses Recht über zivile Ordnung stelle. Wer wissen wolle, was Scharia in der Praxis bedeute, müsse nur mit den Menschen sprechen, die unter diesem System leben mussten.

„Ich versuche nur, euch Zeit zu sparen“

Pahlavis Botschaft an Europa ist eindringlich: Viele Menschen im Iran und in anderen Ländern der Region wollten sich gerade von Extremismus und religiösem Radikalismus befreien. Europa dürfe nicht denselben Weg einschlagen, aus dem andere verzweifelt herauswollten.

„Ich möchte nicht, dass die Europäer erst dort landen, wo die Iraner heute sind, um dann zu begreifen, was das wirklich bedeutet“, sagt er. „Ich versuche nur, euch Zeit zu sparen. Wenn ihr dennoch darauf besteht – dann habt ihr nur euch selbst die Schuld zu geben.“

Seine Warnung ist unmissverständlich: „Die Zeichen stehen deutlich an der Wand.“ Die Frage sei nur, ob Europa sie rechtzeitig lesen wolle.

Mindestens 200.000 Menschen nahmen an der Demonstration gegen das Regime teil.APA/AFP/Michaela STACHE