Kulturkampf beim Super Bowl: Bad Bunny spaltet Amerika – Aktivisten kontern
Am 8. Februar findet der Super Bowl LX im kalifornischen Santa Clara statt. Millionen Fans fiebern nicht nur dem Finale der NFL, sondern auch der legendären Halbzeit-Show entgegen. Doch der geplante Auftritt von Bad Bunny (31) sorgt bereits im Vorfeld für hitzige Debatten.
Der Rapper zählt zu den erfolgreichsten Musikern seiner Generation. Mit spanischsprachigen Songs stürmt er die Charts, erreicht 86,2 Millionen monatliche Hörer auf Spotify und gewann zuletzt einen Grammy für das beste Album. Der aus Puerto Rico stammende Künstler sorgt jedoch nicht nur musikalisch für Aufmerksamkeit, sondern vor allem mit klaren politischen Botschaften und provokanten Auftritten. Besonders seine offene Ablehnung von Donald Trump polarisiert.
Politische Botschaften statt Football-Glamour
Bei seiner Grammy-Rede begann Bad Bunny mit den Worten: „Bevor ich mich bei Gott bedanke, werde ich sagen, ICE raus.“ Zudem setzt er sich stark für die Rechte der LGBTQ+-Community ein. In einem Video tanzt er im Drag-Outfit, lackiert sich die Fingernägel, zeigt sich öffentlich in einem pinken Kleid und küsst bei einem seiner Konzerte einen männlichen Tänzer auf den Mund.
All das tut der Musiker, obwohl er laut eigenen Aussagen heterosexuell ist. Er wolle sich nicht über seine Heterosexualität definieren lassen, erklärte Bad Bunny selbst.
TPUSA setzt auf patriotische Gegenoffensive
Genau das ruft nun Turning Point USA (TPUSA) auf den Plan. Die konservative Aktivistengruppe kritisiert die Entscheidung der National Football League, Bad Bunny als Headliner der Halftime-Show zu präsentieren, scharf – und kündigt als Reaktion eine eigene „All American Halftime Show“ an.
Gegenüber Fox News erklärte Erika Kirk, man wolle „eine Alternative anbieten, die pro-amerikanisch ist, die einfach für alles ist (…)“. TPUSA versucht damit bewusst, ein Gegenmodell zur politisierten Popkultur zu schaffen und traditionelle Werte in den Mittelpunkt zu rücken.
Kritik bis ins Weiße Haus
Kritiker fragen sich, warum dem puertoricanischen Künstler Bad Bunny, der ausschließlich auf Spanisch singt und rappt, beim Super Bowl – für viele der Höhepunkt amerikanischer Kultur – eine der größten Bühnen der Welt geboten wird. Auch Präsident Donald Trump zeigte sich empört und bezeichnete die Entscheidung als „absolut lächerlich“. Er wird den Super Bowl allerdings aus anderen Gründen nicht besuchen.
Fest steht: Noch bevor der erste Ball geworfen wird, ist der Super Bowl LX bereits zu einem politischen Kulturkampf geworden – mit Bad Bunny als Skandalrapper im Zentrum und TPUSA als lautstarkem Gegenpol.
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