Wie exxpress berichtete, hat die EU den aus Ostasien stammenden Sika-Hirsch auf die Liste invasiver Arten gesetzt. Nach der derzeitigen Regelung müssten Haltung, Zucht und Transport der Tiere beendet werden. Die Bestände sollen bis spätestens August 2027 verschwinden. Betroffen sind laut Branchenvertretern mehr als 250 Betriebe in Österreich.
Minister Totschnig: Antrag auf Sonderlösung läuft
Laut einem Bericht der Krone arbeitet Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP) daran, die EU-Vorgaben für Österreichs Sika-Züchter noch abzuwenden. Dafür hat Österreich einen Antrag auf eine Ausnahmeregelung bei der Europäischen Union eingebracht.
„Wir kämpfen um eine Sonderlösung für unsere Züchter, damit sie ihr Sika-Wild weiterhin züchten dürfen. Ein Antrag an die EU ist unterwegs“, wird der Minister zitiert.
Demnach sei auch die Zahl der betroffenen Tiere höher als bisher bekannt. Das Ministerbüro geht laut Krone inzwischen von rund 7.000 Sika-Hirschen aus.
Millionenverluste und Existenzängste
Die betroffenen Züchter warnen vor gravierenden wirtschaftlichen Folgen. Der Verband der Sika-Halter beziffert den möglichen Schaden auf rund 16 Millionen Euro. Viele Betriebe hätten über Jahrzehnte in Gehege, Zuchtprogramme und Vermarktung investiert. Eine Entschädigung ist nach der derzeitigen EU-Regelung nicht vorgesehen.
Bereits ab August dieses Jahres sollen männliche und weibliche Tiere getrennt gehalten werden, um weiteren Nachwuchs zu verhindern. Bis zum Sommer 2027 müssten die Bestände nach geltender Verordnung vollständig aufgelöst werden.
FPÖ: „EU ignoriert Fachkompetenz“
Scharfe Kritik kommt nun auch von der FPÖ Niederösterreich. Jagdsprecher Hubert Keyl bezeichnet die Entscheidung der EU-Kommission als „Brüsseler Abschussbefehl“ und fordert deren sofortige Rücknahme.
„Gesunde Tiere, die seit über 150 Jahren in Österreich heimisch sind, sollen auf Befehl der EU bis aufs letzte Stück erlegt werden – ohne sachlich belegte Bedrohung für unsere Tierwelt, ohne Entschädigung und ohne Rücksicht auf die Familien, die Jahrzehnte in diese Betriebe investiert haben“, erklärte Keyl in einer Aussendung.
Zudem kritisierte er, dass die heimische Jägerschaft über Jahrzehnte bewiesen habe, den Umgang mit dem Sika-Wild verantwortungsvoll zu bewirtschaften. „Unsere Jäger und Sika-Wild-Halter werden von der EU für dumm verkauft. Jahrzehntelange Erfahrung, fundierte Bewirtschaftungskonzepte und funktionierende Jagdpraxis werden mit einer einzigen Verordnung vom Tisch gewischt“, so der freiheitliche Jagdsprecher.

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