Seit sieben Jahren lebt Zohran Mamdani in einer Ein-Zimmer-Wohnung in Astoria (Queens). Die Miete von 2.300 Dollar im Monat ist staatlich reguliert und darf nur begrenzt steigen – gedacht ist so etwas als „erschwinglicher Wohnraum“. Genau hier setzen seine Gegner an: Für einen Bürgermeister, der längst zur politischen Spitze der Stadt gehört, sei das mehr als fragwürdig. Nun steht Mamdani vor der Wahl: Bleibt er in seiner geförderten Wohnung oder zieht er mit seiner Frau in das repräsentative Gracie Mansion am East River – den offiziellen Wohnsitz des Stadtoberhaupts?

Regulierte 2.300-Dollar-Wohnung – und Kritik am „erschwinglichen“ Bürgermeister-Leben

Mamdani lebt in einem Wohnblock aus dem Jahr 1920, der als „Princess Martha“ bekannt ist. Das Haus in Astoria umfasst rund 50 Wohnungen auf sechs Stockwerken. Dort wohnt er seit 2018 – lange bevor er Bürgermeister wurde.

Damals arbeitete Mamdani als Berater bei einer Non-Profit-Organisation in Queens, wo er Menschen half, eine Zwangsversteigerung ihrer Wohnung zu verhindern. Sein Einkommen lag nach eigenen Angaben bei rund 47.000 Dollar im Jahr. Über die Wohnung sagte er gegenüber der New York Times: „Ich habe nach einer Wohnung gesucht, die ich mir alleine leisten kann, und habe dieses Apartment gefunden.“

Heute aber sieht die Lage anders aus: Auf dem Papier steht ein Bürgermeister, der eine staatlich regulierte 2.300-Dollar-Wohnung nutzt, die eigentlich bezahlbaren Wohnraum sichern soll. Kein Wunder, dass seine Gegner genau das zum Thema machen – und die Frage stellen, ob dieses Wohn-Setting noch glaubwürdig ist.

Gracie Mansion: Prunkvolle Villa statt „Progressiv-Image“?

Eine Alternative wäre das Gracie Mansion, der offizielle Amtssitz des Bürgermeisters am East River. Es ist nicht nur der Wohnort des Bürgermeisters, sondern auch die Kulisse für Galadinner und ein Ort, an dem er wichtige Gäste empfängt.

Das Archibald Gracie Mansion wurde 1799 als Sommerhaus des schottischen Kaufmanns Archibald Gracie erbaut. Heute ist es das älteste Holzhaus in Manhattan und seit 1942 der offizielle Wohnsitz des amtierenden Bürgermeisters. Es liegt direkt am Ufer des East Rivers – auf der anderen Seite des Flusses, gegenüber von Mamdanis bisherigem Viertel Astoria.

Optisch passt das Haus überhaupt nicht zum Bild eines „progressiven, alternativen“ Politikers: Es gibt viele Schnörkel, altmodische, schwere Möbel, Kronleuchter und Samtvorhänge. Diese Ästhetik sieht eher nach klassischer Macht als nach einem bescheidenen Reformer aus. Genau deshalb haben frühere Bürgermeister das Wohnrecht im Gracie Mansion auch bewusst abgelehnt – aus Sorge, wie es in der Öffentlichkeit wirkt.

Bürgermeister vor ihm waren vorsichtig

Mehrere Amtsvorgänger zeigen, wie heikel die Frage nach dem Wohnsitz ist. Michael Bloomberg (2002–2013) verzichtete darauf, im Gracie Mansion zu wohnen, blieb lieber in seinem Stadthaus und nutzte die Villa nur für offizielle Veranstaltungen. Bill de Blasio dagegen zog ins Gracie Mansion ein – genauso wie Eric Adams.

Für Zohran Mamdani ist die Entscheidung damit heikel. Bleibt er in der regulierten 2.300-Dollar-Wohnung, steht weiter der Vorwurf im Raum, ein System für „erschwinglichen Wohnraum“ zu nutzen, obwohl er Bürgermeister ist. Zieht er in das Gracie Mansion, riskiert er, das Bild des nahbaren, bodenständigen Politikers zu verlieren – und wie jeder andere Vertreter der politischen Elite zu wirken. Welche Variante er auch wählt: Die Frage, wie glaubwürdig sein Auftritt beim Thema Wohnen ist, wird ihn so schnell nicht verlassen.