Nepp sprach am Dienstag von einem „Netz aus Machtmissbrauch“, das über Jahre im Wiener Rathaus entstanden sei. Posten würden nach Parteibuch vergeben, kritisierte der FPÖ-Chef. Es brauche einen politischen Neustart – deshalb wollen die Freiheitlichen im Gemeinderat auch einen Antrag auf Neuwahlen einbringen.

Da im Sommer üblicherweise keine Sitzungen stattfinden, wäre ein Sondergemeinderat eine Ausnahme. Aufgrund des Antrags der FPÖ muss die Sitzung jedoch innerhalb einer gesetzlichen Frist einberufen werden und dürfte daher bereits im August stattfinden.

Auch Marktamt im Visier

Neben der Ruck-Affäre rückt auch das Wiener Marktamt in den Fokus. Der frühere Abteilungsleiter, der seine Funktion mittlerweile zurückgelegt hat, soll laut FPÖ Teil des von ihr kritisierten Netzwerks gewesen sein. Nepp und Krauss verwiesen auf dessen enge Freundschaft mit Bürgermeister Ludwig. Innerhalb der Behörde habe ein „Klima der Angst“ geherrscht, behaupten die Freiheitlichen. Warnungen habe es bereits seit Längerem gegeben.Die FPÖ erhebt darüber hinaus einen weiteren schweren Vorwurf. Laut Krauss sollen Besucherzahlen künstlich erhöht und in dieser Form sogar an den Stadtrechnungshof übermittelt worden sein. Der

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berichtete. Damit stehe nicht nur Führungsversagen im Raum, sondern auch der Verdacht einer bewussten Täuschung.

Für die erste reguläre Gemeinderatssitzung nach der Sommerpause im September kündigte die FPÖ zudem eine dringliche Anfrage an Bürgermeister Ludwig an. Die Freiheitlichen wollen klären, welche Rolle das Rathaus bei den umstrittenen Personalentscheidungen gespielt hat und ob politische Verantwortung übernommen wird.