Für eine rechts-konservative Mehrheit fände sich unter beiden Geschlechtern genug Unterstützung. Eine linke Mehrheit ist hingegen außer Reichweite. Die größten Unterschiede gab es bei der Zustimmung zu ÖVP und SPÖ sowie unter Unentschlossenen.

Unter den Männern lag die ÖVP mit 23 Prozent auf dem zweiten Platz, womit die oppositionelle FPÖ und die Kanzlerpartei ÖVP in den Umfragen gemeinsam eine “männliche Mehrheit” von 58 Prozent erreichten. Auch unter den Frauen erzielten die beiden Parteien mit 54 Prozent eine Mehrheit. Die Volkspartei lag hier mit 19 Prozent knapp hinter der SPÖ mit 20 Prozent weiblicher Unterstützung. Von den Männern sprachen sich 16 Prozent für die Sozialdemokraten aus.

Weder Links- noch Regierungsmehrheit

Nur geringfügig unterschied sich die Unterstützung für NEOS und Grüne. Während die kleinste Koalitionspartei bei den Männern mit zehn Prozent auf einen Prozentpunkt mehr Zustimmung stieß als bei den Frauen, werden die oppositionellen Grünen von etwas mehr Frauen (12 Prozent) als Männern (11 Prozent) befürwortet. Einigkeit herrschte geschlechterübergreifend mit jeweils vier Prozent gegenüber der KPÖ, die im Gegensatz zu allen anderen abgefragten Parteien nicht im Parlament vertreten ist.

Von einer linken Mehrheit waren SPÖ, Grüne und KPÖ laut Umfragen bei den Frauen mit insgesamt 36 bzw. bei den Männern mit 31 Prozent weit entfernt. Dagegen rangen die drei Regierungsparteien ÖVP, SPÖ und NEOS mit kumulierten Werten von 48 Prozent unter den Frauen und 49 Prozent unter den Männern um eine Mehrheit. Die Zahlen unterliegen einer maximalen Schwankungsbreite von 2,5 Prozent. OGM befragte 3.134 Wahlberechtigte, knapp die Hälfte davon Frauen.

Frauen unentschlossener

Die geschlechtsspezifischen politischen Präferenzen führen die Meinungsforscher vor allem auf die viel diskutierten Themen der letzten Jahre, Sicherheit und Teuerung, zurück. Letztere betreffe vor allem Frauen, darunter Alleinerziehende und ältere Alleinstehende. Auch seien junge Frauen im Vergleich zu früheren Generationen wesentlich offener für neue Angebote.

Auffällig ist den Demoskopen zufolge auch, dass Frauen häufiger politisch unentschlossen sind als Männer. Während sich 82 Prozent der Männer für eine Partei aussprachen, gaben nur 74 Prozent der Frauen eine klare Präferenz für eine Partei ab.