Nicht nur das Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige kommt. Ab dem Schuljahr 2027/28 tritt eine Reform der AHS-Oberstufen-Lehrpläne ein. Geplant ist mehr Unterricht zu Medienkompetenz und Demokratie sowie zum Umgang mit KI. Im Gegenzug wird bei den Lateinstunden gekürzt, wenn auch nach Protest nicht so stark wie ursprünglich von Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) geplant.

„Gesunden, kritischen Umgang“ mit Medien lernen

Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) betonte das Bewusstsein, „wie schädlich Social Media ist“. „Der bewusste Umgang damit muss gelernt sein.“ Der Ort, wo dies stattfinden müsse, sei „neben dem Elternhaus die Schule“. Nicht zuletzt deshalb gebe es eine „große Reform der Lehrpläne“, die an den AHS-Oberstufen ein neues Fach bringt. Aber auch in allen anderen Schulformen soll Medienkompetenz durch eine Aktualisierung der Lehrmittel und Lehrerfortbildungen verstärkt werden, betonte der Minister.

Mit den Schulpartnern hat Wiederkehr sich laut Unterlagen geeinigt, dass die Schulen autonom zwischen dem Unterricht von Medienkompetenz als eigener Gegenstand oder in Form eines Fächerbündels entscheiden können. Im Regelfall werde es ein eigenes Fach sein, so seine Erwartung. Ziel sei, dort einen „gesunden, reflektierten, kritischen Umgang“ mit Medien zu lernen.

Latein: Nur 2 Stunden werden gekürzt

Bei Latein werden dafür in der Regelstundentafel der Oberstufe zwei der bisher zwölf Stunden gekürzt, ursprünglich sollten vier Stunden wegfallen. Bei der zweiten lebenden Fremdsprache in den Realgymnasien werden ebenfalls zwei Stunden gekürzt.

Gleichzeitig gebe es mehr Autonomie. „Es ist ein guter Kompromiss, weil er in der Praxis gut funktionieren wird“, betonte Wiederkehr. Die Gesamtstundenanzahl der AHS-Oberstufe darf durch die Einführung des neuen Fachs jedenfalls nicht steigen.

Der Informatikunterricht – derzeit zwei Stunden über die gesamten vier Oberstufenjahre – wird um eine Stunde ausgebaut und um den Bereich KI (v.a. Verstehen der Funktionsweise von digitalen Systemen, Erkennen von Potenzialen und Risiken) ergänzt.

Nach der Einigung mit Lehrer-, Schüler- und Elternvertretung liege es nun an den Koalitionspartnern, die Einigung mitzutragen, „damit die Reform der Lehrpläne der AHS-Oberstufe endlich auf den Weg gebracht werden können“, wurde in der Presseunterlage des Ministeriums betont.