Besonders auffällig ist die Entwicklung seit Mitte Januar. Innerhalb kurzer Zeit wächst die Unzufriedenheit um sechs Prozentpunkte. Gleichzeitig sinkt der Anteil der Zufriedenen ebenfalls um sechs Prozentpunkte. Ein doppelter Dämpfer – und ein klares Signal, wie stark der Rückhalt bröckelt.

Von fast 60 Prozent Zustimmung – zum Stimmungssturz

Der Abstand zu früheren Werten ist groß. Im Sommer 2025 empfanden noch fast 60 Prozent der Wähler, dass Merz seine Arbeit gut mache. Jetzt ist davon wenig übrig. Die Zahlen markieren den niedrigsten Stand, der in den Erhebungen der Forschungsgruppe Wahlen für Merz erreicht wurde.

Die Stimmung kippt nicht nur gegenüber der Person im Kanzleramt. Auch die gesamte Bundesregierung steckt im Zustimmungsloch. Die Arbeit der Regierung insgesamt bewerten ebenfalls nur 37 Prozent positiv. Auch das wird als Tiefpunkt beschrieben. Das Bild ist damit eindeutig: Nicht nur der Kanzler, auch das Kabinett ringt um Vertrauen.

Koalition ohne Mehrheit – Sonntagsfrage als Warnlampe

Die politische Großwetterlage lässt sich auch in der Sonntagsfrage ablesen. Die Union kommt auf 26 Prozent – unverändert im Vergleich zu Januar. Die SPD liegt bei 15 Prozent, ebenfalls unverändert. Zusammen erreichen die Koalitionsparteien damit 41 Prozent und liegen damit deutlich unter einer Mehrheit im Bundestag.

Interessant ist der Blick auf die AfD: Sie verliert einen Prozentpunkt und landet bei 24 Prozent. Damit wächst der Vorsprung der CDU gegenüber der AfD, auch wenn beide Parteien relativ nah beieinander bleiben. Grüne und Linke kommen auf 13 beziehungsweise 10 Prozent. Die Zahlen zeigen ein Parlament, in dem die Regierungsbasis in der Stimmungslage der Wähler schmaler wird – und gleichzeitig die Kräfteverhältnisse im Oppositionslager eng bleiben.

Krisenfolge prägt das Bild der Regierung

Wie Ap0llo News berichtete, waren die vergangenen Monate für die Bundesregierung von wiederkehrenden Konflikten geprägt. Genannt wird zunächst das Drama um die Nominierung von Frauke Brosius-Gersdorf für das Bundesverfassungsgericht. Danach folgte Streit um die Rentenreform: Spannungen gab es sowohl mit der SPD als auch mit der Jungen Union.

Auffällig ist dabei ein weiterer Punkt: Der Einbruch der Beliebtheit wirkt umso drastischer, weil aktuell eine eher ruhige Stimmung beschrieben wird. Gerade diese Kombination – weniger Aufregung im Tagesgeschäft, aber stark sinkende Zufriedenheit in den Umfragen – gibt den Zahlen zusätzliches Gewicht.

Die Umfrage wird als repräsentativ beschrieben. Befragt wurden 1.289 Wahlberechtigte. Die Erhebung fand zwischen dem 3. und 5. Februar statt und wurde sowohl telefonisch als auch online durchgeführt.