„Mieselsüchtig“-Sager sorgt für Wirbel: FPÖ fordert Rücktritt von Schellhorn
Die Freiheitliche Partei Österreichs hat schwere Vorwürfe gegen NEOS-Staatssekretär Schellhorn erhoben. Auslöser ist eine Aussage Schellhorns beim Pressefoyer nach dem Ministerrat, bei der er – angesprochen auf die schlechten Vertrauenswerte der Regierung – den Schriftsteller Thomas Bernhard zitierte und meinte, „der Österreicher“ stehe „auf die Mieselsucht“.
FPÖ-Generalsekretär und Nationalratsabgeordneter Michael Schnedlitz reagierte darauf mit scharfer Kritik. Er sprach von einer „unfassbaren Arroganz und einem Schlag ins Gesicht jedes hart arbeitenden Österreichers“ und sieht in der Aussage einen weiteren Skandal rund um den NEOS-Staatssekretär.
„Entschuldigung und Rücktritt überfällig“
Für Schnedlitz ist die Aussage Schellhorns kein bloßer Ausrutscher. Vielmehr reiht sie sich seiner Darstellung nach in eine Serie von Verfehlungen ein. Er verwies dabei auf frühere Kritikpunkte wie einen „Luxus-Audi“, ein „aufgeblasenes Büro auf Steuerzahlerkosten“ sowie einen aus Sicht der FPÖ misslungenen Anlauf zur Entbürokratisierung.
„Wenn es nach der Kaskade an Skandalen noch eines Grundes bedarf, aus dem Schellhorn sein Amt sofort räumen muss, dann hat er ihn jetzt geliefert“, erklärte Schnedlitz. Eine Entschuldigung bei den „beschimpften Österreichern“ und ein anschließender Rücktritt seien aus Sicht der FPÖ „überfällig“.
FPÖ sieht „wahre Geisteshaltung der Regierung“
Die Freiheitlichen sehen in der Causa mehr als einen einzelnen Vorfall. Schnedlitz argumentiert, die Aussage zeige die grundsätzliche Haltung der Regierung gegenüber der Bevölkerung. Diese werde nicht als Auftraggeber gesehen, sondern als „lästiges Störfeuer“.
Der FPÖ-Generalsekretär widersprach der Darstellung, die Bevölkerung sei „mieselsüchtig“. Vielmehr hätten die Menschen, so Schnedlitz, „schlicht und einfach die Nase voll von einer Regierung, die das Land an die Wand fährt“. Er verwies dabei auf Ängste in der Bevölkerung – etwa um Arbeitsplätze, die Sicherheit der Kinder, den Fortbestand von Betrieben und den eigenen Wohlstand.
Scharfe Worte gegen die gesamte Bundesregierung
In seiner Aussendung weitete Schnedlitz die Kritik rasch auf die gesamte Bundesregierung aus. Er bezeichnete sie als die „schlechteste Regierung aller Zeiten“ und warf ihr vor, statt Selbstreflexion nun auch verbal gegen die eigene Bevölkerung vorzugehen.
Dass sich die sogenannten „Systemparteien“ über mangelnden Applaus wundern würden, sei angesichts ihres „Totalversagens“ nicht nachvollziehbar, so der FPÖ-Generalsekretär. Die Wortwahl Schellhorns wertet er als Ausdruck von Abgehobenheit und Selbstherrlichkeit.
Vorwurf der Realitätsferne
Besonders deutlich wurde Schnedlitz in seiner Kritik an der Lebensrealität von Regierungsmitgliedern. Während viele Menschen nicht mehr wüssten, „wie sie ihre Rechnungen bezahlen sollen“, befinde sich Schellhorn laut FPÖ „in seiner ministeriellen Wohlfühlblase“ – entweder „auf der teuersten Regierungsbank aller Zeiten oder in seinem Luxus-Audi“.
Diese Diskrepanz zwischen politischer Spitze und Bevölkerung sei aus Sicht der FPÖ der Kern des Problems. „Wer das eigene Volk derart verachtet, ist als Regierungsmitglied untragbar“, erklärte Schnedlitz.
Freiheitliche fordern politischen Neustart
Am Ende der Aussendung zieht die FPÖ eine klare politische Konsequenz. Der aktuelle Vorfall sei ein weiterer Beweis dafür, dass die bestehende Koalition keine Zukunft habe. Schnedlitz spricht von einer „Verlierer-Koalition“, die „so schnell wie möglich abgewählt werden“ müsse.
Als Alternative bringt die FPÖ erneut ihren Parteichef ins Spiel. Österreich brauche einen „freiheitlichen Volkskanzler Herbert Kickl“, der die Sorgen der Menschen ernst nehme, „anstatt sie zu beschimpfen“.
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