Mit Unterstützung der Grünen: Umweltschützer verteilen Müll vor Häusern
Um gegen Vermüllung zu protestieren, kippten Aktivisten Müllsäcke vor einem Stadthaus aus. Unterstützt wurden sie dabei von den Grünen – eine Aktion, die für viel Kritik sorgt.
Vor dem Mannheimer Stadthaus verteilten Aktivisten Müllsäcke – mit Rückendeckung einer grünen Landtagsabgeordneten.GETTYIMAGES/georgeclerk
In Mannheim sorgte eine kuriose Protestaktion für Aufsehen: Aktivisten des „Umweltkollektivs Mannheim“ schütteten im Dauerregen Müll vor dem Stadthaus aus, um auf die zunehmende Vermüllung der Stadt aufmerksam zu machen. Wie der Mannheimer Morgen berichtet, standen die Müllsäcke bereit und dann „ging alles ganz schnell“. Mit der „Guerilla-Aktion“ wollte die Gruppe ein Zeichen setzen. Unterstützung erhielt sie dabei von der grünen Landtagsabgeordneten Susanne Aschhoff, die erklärte: „Ich kann diese Initiative und das Engagement der Umweltschützer nur unterstützen.“
„Neckar, Rhein und der Müllstrom“
Auf einem Plakat schrieben die Aktivisten, dass Mannheim mittlerweile an drei Flüssen liege: „Neckar, Rhein und dem Müllstrom“. Dieser Müllstrom entspringt „mitten in der Stadt“. Der ausgeleerte Abfall sei eigenen Angaben zufolge am Morgen im Innenstadtbereich gesammelt worden und stamme von „Endverbrauchern“.
Ein Sprecher der Gruppe beschrieb die Szene wie folgt: „Da liegen Kapseln und Kaffeebecher, da liegen Chips-Tüten, da liegen irgendwelche Essensverpackungen – das ist der Müll, den die Bürger dort hinwerfen oder auf der Straße hinterlassen.“ Anstatt den Müll jedoch direkt fachgerecht zu entsorgen, lag er zunächst wieder verteilt auf dem Boden vor dem Stadthaus.
Forderungen nach Strafen und Förderungen
Mit ihrer Aktion wollen die Aktivisten auch politischen Druck aufbauen. Die Verwaltung setze den „guten Bußgeldkatalog für Umweltvergehen“ bislang „so gut wie gar nicht um“. Gerade das sei aber entscheidend, „um einen Bewusstseinswandel zu erreichen“. Zusätzlich fordern sie Förderungen für Mehrweglösungen.
Zahlreiche Passanten beobachteten die Szene, wie der Mannheimer Morgen berichtet. Das „Umweltkollektiv” bezeichnet sich selbst als „bunt zusammengewürfelten Haufen“ und ist vor zwei Jahren im Zuge einer Kooperation mit dem Mannheimer Kunstverein entstanden. Nach rund zwei Stunden sammelten die Aktivist:innen den von ihnen ausgebreiteten Müll wieder ein.
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