München inszeniert Zuckerfest am Rathaus – Kritik an städtischer Symbolpolitik
Die Stadt München hat das Alte Rathaus zum Zuckerfest beleuchten lassen – ausdrücklich als Zeichen „gegen antimuslimischen Rassismus“. Kritiker dürften darin vor allem eines sehen: politisch aufgeladene Symbolpolitik aus dem Rathaus.
Die Stadt München hat am Freitag die Fassade des Alten Rathauses mit einem Gruß zum Zuckerfest anstrahlen lassen. Ab 19 Uhr war dort „Frohes Fest“ in 13 Sprachen zu lesen. Nach Darstellung der Stadt sollte die Aktion ein Zeichen „für Zusammenhalt, ein respektvolles Miteinander in einer vielfältigen Stadtgesellschaft und gegen antimuslimischen Rassismus“ setzen.
Genau darin liegt der politische Kern der Inszenierung. Denn die Beleuchtung war keine spontane Grußaktion, sondern geht auf einen Antrag aus dem Jahr 2024 zurück. Dieser trägt den Titel „Antimuslimischen Rassismus bekämpfen – Demokratie stärken“ und verlangt ausdrücklich, muslimisches Leben in München sichtbarer zu machen.
Historische Rolle
Bürgermeister Dominik Krause erklärte dazu: „Allen Menschen, die heute feiern, wünsche ich ein frohes Fest und ‚Eid Mubarak‘. Ich freue mich, dass wir dieses wichtige Zeichen für mehr Sichtbarkeit muslimischen Lebens und gegen Diskriminierung setzen.“ Die Stadt versteht die Projektion damit klar nicht nur als Festgruß, sondern als gesellschaftspolitisches Statement.
Der Antrag ging sogar noch weiter. So wurde auch gefordert, wie Apollo News berichtet, den Beitrag von Muslimen „zur historischen Entwicklung Münchens“ stärker sichtbar zu machen. Außerdem soll die Stadt jährlich rund um den 1. Juli, den „Internationalen Tag gegen antimuslimischen Rassismus“, eine Veranstaltung durchführen. Bereits im vergangenen Jahr fand dazu im Rathaus eine Podiumsdiskussion statt.
Umstrittenes Projekt
Bemerkenswert ist damit vor allem die Richtung, in die sich die Stadt bewegt: Das Rathaus dient längst nicht mehr nur als Verwaltungsgebäude, sondern immer öfter auch als Bühne für politische Zeichen. Die Botschaft zum Zuckerfest reiht sich genau in diese Linie ein.
Zwischen vier und acht Prozent der Münchner Bevölkerung sind laut den vorliegenden Angaben Muslime – also zwischen 60.000 und 120.000 Menschen. Die Stadt will diese Gruppe sichtbarer machen. Ob dafür aber ausgerechnet das Rathaus als öffentlichkeitswirksame Projektionsfläche eingesetzt werden muss, dürfte politisch umstritten bleiben.
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