Die neue Vornamensstatistik der Stadt Linz sorgt für heftige Diskussionen. Denn auch im Jahr 2025 war „Muhammad“ – inklusive Schreibweisen wie Mohammed, Mohamad oder Mehmet – der häufigste Vorname bei neugeborenen Buben in der oberösterreichischen Landeshauptstadt. Laut Stadt entfällt der Name auf etwa jeden 44. neugeborenen Bub. Schon 2024 lag Muhammad an der Spitze.

Für die Linzer FPÖ ist das mehr als eine bloße Zahl. Sicherheitsstadtrat Michael Raml sieht darin ein „bedenkliches Symbol für die zunehmende Überfremdung unserer Stadt“. Die Entwicklung sei kein Zufall, sondern Ergebnis jahrelanger Politik, so Raml. Wörtlich erklärt er: „Diese Entwicklung zeigt schwarz auf weiß, was viele Linzer tagtäglich auf Spielplätzen, in Schulen und Kindergärten erleben: Die Entfremdung gegenüber der eigenen Heimat schreitet unaufhaltsam voran.“

Ausländeranteil gestiegen

Untermauert wird die Kritik mit Zahlen zur Bevölkerungsstruktur. Nach Angaben der FPÖ sei der Anteil österreichischer Staatsbürger in Linz seit 2002 von 88 Prozent auf rund 70 Prozent im Jahr 2025 gesunken. Gleichzeitig habe sich der Ausländeranteil von 12 Prozent auf über 30 Prozent erhöht.

Zusätzliche Brisanz erhält die Debatte durch eine Änderung in der Darstellung der Statistik. Ab heuer verzichtet die Stadt Linz auf eine sprachliche oder etymologische Zuordnung der Vornamen. Veröffentlicht werden nur noch die Originalschreibweisen.

Bürgermeister Dietmar Prammer (SPÖ) verteidigt diesen Schritt ausdrücklich. „Die Linzer Vornamensstatistik soll zeigen, wie bunt und vielfältig unsere Stadt ist – und nicht politisch aufgeladen werden“, erklärt Prammer. Durch die Konzentration auf die Originalschreibweise wolle man Transparenz, Nachvollziehbarkeit und langfristige Vergleichbarkeit sicherstellen. Die Statistik solle wieder das sein, „was sie eigentlich ist: ein spannender Blick auf Trends und Vielfalt in der Namenswahl“.

Verschleierungen?

Für die FPÖ ist genau das Gegenteil der Fall. Michael Raml spricht von einem bewussten Versuch, Entwicklungen zu „verschleiern“. „Bedenklich ist die Ankündigung von Bürgermeister Prammer, diese Entwicklung künftig verschleiern zu wollen, indem auf eine etymologische Zusammenfassung der Namen verzichtet werden soll“, so der FPÖ-Politiker.