Nach Angriff auf Briten-Basis: EU-Ministertreffen verschoben
Ein Drohnenangriff auf den britischen Luftwaffenstützpunkt Akrotiri hat die EU-Agenda durcheinandergebracht. Das für Montag und Dienstag in Nikosia geplante informelle Treffen der EU-Europaminister wurde kurzfristig verschoben.
Die zypriotische EU-Ratspräsidentschaft begründete den Schritt mit den sicherheitsbedingten Auswirkungen auf den Flugverkehr nach Zypern, die eine planmäßige Anreise der Delegationen unmöglich machten.
“In den frühen Morgenstunden kam es zu einem einzelnen, isolierten Vorfall, bei dem eine Drohne die britische Basis in Akrotiri auf Zypern angriff und dabei begrenzten Schaden anrichtete. Die genaue Herkunft der Drohne wird derzeit überprüft, aber es wurde bestätigt, dass die Republik nicht das Ziel des Angriffs war”, so der Sprecher weiter. Zypern hat in diesem Halbjahr den turnusmäßigen EU-Ratsvorsitz inne. Darum werden die informellen EU-Ministerräte in diesem Halbjahr auf der Insel abgehalten.
Regierungssprecher: Nationaler Sicherheitsrat tagt ununterbrochen
“Zu dem Vorfall, der sich kurz nach Mitternacht auf der Akrotiri-Basis ereignet hat, liegen Informationen aus verschiedenen Quellen vor, demnach es sich um eine unbemannte Drohne handelte, die nur geringen Schaden angerichtet hat”, postete ein Regierungssprecher auf X. “Die zuständigen Behörden haben unverzüglich die vorgeschriebenen Sicherheitsprotokolle aktiviert und beobachten die Lage aufmerksam, wobei sie sich ständig mit der Regierung des Vereinigten Königreichs und der Verwaltung der britischen Stützpunkte abstimmen.” Der Nationale Sicherheitsrat tage unter dem Vorsitz des Präsidenten der Republik weiterhin ununterbrochen.
Die Europaminister der 27 EU-Staaten, darunter die österreichische Ressortchefin Claudia Bauer (ÖVP), wollten bei dem informellen Treffen in der zypriotischen Hauptstadt Nikosia über die EU-Erweiterung und die derzeit diskutierte schnellere Aufnahme der Ukraine beraten. Ebenfalls vorgesehen war eine Aussprache über das nächste EU-Mehrjahresbudget von 2028 bis 2034 (MFR/MFF), über das die EU-Staaten bis Jahresende eine Einigung anstreben.
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