Nach Khamenei-Tod: Meinl-Reisinger setzt auf Diplomatie-Offensive
Es wurden viele Worte gewechselt und zahlreiche Telefonate geführt, doch die Lage bleibt brandgefährlich. Außenministerin Beate Meinl-Reisinger warnt vor einer Eskalation und fordert ein Ende der Gewalt. Ob ihre diplomatische Offensive mehr als nur Symbolpolitik ist, wird sich zeigen.
Außenministerin Beate Meinl-Reisinger telefonierte nach Khameneis Tod mit mehreren Nahost-Partnern.APA/GEORG HOCHMUTH
Nach der Tötung von Ali Khamenei ist die Angst vor einer neuen Eskalationsspirale im Nahen Osten groß. Der iranische Präsident bezeichnete die israelisch-amerikanischen Angriffe als „Kriegserklärung an Muslime“. Außenministerin Beate Meinl-Reisinger reagiert mit diplomatischen Kontakten in die Region und nach Europa – und spricht zugleich von einem „Fenster für die iranische Bevölkerung“. Kritisch bleibt: Zwischen Appellen und Realität klafft ein gefährlicher Abstand.
„Fenster“ – aber auch Warnung vor Eskalation
In einem Posting auf X schrieb Meinl-Reisinger, dass sich aktuell ein „Fenster für die iranische Bevölkerung“ öffne, die „viel zu lange unter dem brutalen Mullah-Regime gelitten hat“. Gleichzeitig warnt sie eindringlich vor einer neuen Eskalationsspirale.
In ihrem Statement fordert sie ein sofortiges Ende der Gewalt. Ziel müsse es sein, „dass der Nahe Osten endlich Stabilität und Frieden findet“. Hinter den Kulissen liefen „intensive diplomatische Gespräche“.
Der Tod von Ayatollah Ali Khamenei öffnet ein Fenster für die iranische Bevölkerung, die viel zu lange unter dem brutalen Mullah-Regime gelitten hat. Jetzt muss die Gewaltspirale enden, damit der Nahe Osten endlich zu Stabilität und Frieden findet.
— Beate Meinl-Reisinger (@BMeinl) March 1, 2026
In den letzten Stunden war ich…
Telefon-Marathon mit Israel und arabischen Staaten
In den vergangenen Stunden führte Meinl-Reisinger ein längeres Gespräch mit dem israelischen Außenminister Gideon Sa’ar. Auch mit dem jordanischen Chefdiplomaten Ayman Safadi stand sie in direktem Kontakt. Darüber hinaus tauschte sie sich mit Partnern in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar, Saudi-Arabien, Oman und Ägypten aus.
Allen Staaten, die vom Iran angegriffen werden, sicherte sie Österreichs Solidarität zu. Gleichzeitig äußerte sie große Sorge um die Zivilbevölkerung in der gesamten Region.
EU-Krisentreffen – und Wien als Verhandlungsort
Noch am Sonntag will die Außenministerin mit ihren europäischen Amtskollegen konkrete Schritte zur Deeskalation besprechen. „Jetzt ist es besonders wichtig, dass wir gut abgestimmt vorgehen“, sagte Meinl-Reisinger.
Die Botschaft ist klar: Europa muss geschlossen auftreten, um eine weitere militärische Zuspitzung zu verhindern.
Meinl-Reisinger appelliert an „alle Akteure“, eine weitere Eskalation zu verhindern. Konflikte müssten im Rahmen der Vereinten Nationen gelöst werden und das Völkerrecht sei einzuhalten. Sie macht auch ein Angebot: Österreich stehe – wie schon in der Vergangenheit – jederzeit als Ort für Verhandlungen zur Verfügung.
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