Nächstes Bildungsexperiment: NEOS wollen sechs statt vier Jahre Volksschule
Ziel sei es, Kinder länger gemeinsam lernen zu lassen und die frühe Trennung nach der vierten Klasse zu überdenken. „Wir halten es nicht für sinnvoll, zehnjährige Kinder in gute und schlechte Schüler einzuteilen“, erklärte Emmerling gegenüber Wien heute.
Unterstützung kommt aus der Wissenschaft. Bildungsforscherin Susanne Schwab von der Universität Wien spricht von einem „wünschenswerten Schritt“. Eine längere Volksschulzeit nehme Druck von den Kindern und gebe ihnen mehr Zeit zur Entwicklung. Derzeit werde zu früh selektiert – mit langfristigen Folgen für Bildungslaufbahnen.
Kritik von FPÖ, Grüne und ÖVP
Parallel rücken die NEOS den Kindergarten ins Zentrum ihrer Kampagne „Das, was wirklich zählt“. Geplant sind Erleichterungen für Quereinsteiger sowie für Logopäden und Ergotherapeutinnen. Ziel ist es, das Personal zu entlasten, mehr individuelle Betreuung zu ermöglichen und die Sprachförderung zu stärken. Im März soll zudem eine Reform des Fördersystems folgen. Im Regierungsprogramm ist ein Pilotprojekt bereits verankert – wann es umgesetzt wird, bleibt offen.
Doch der Widerstand ist massiv. FPÖ, ÖVP und Grüne werfen der Stadtregierung Selbstinszenierung statt Problemlösung vor. FPÖ-Klubobmann Maximilian Krauss spricht von einer Kampagne ohne Substanz. Die ÖVP kritisiert fehlende Deutschförderung und Personalmangel, die Grünen warnen vor schönen Schlagworten statt konkreter Maßnahmen. Klar ist: Der Bildungsstreit in Wien ist eröffnet.
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