Mit Blick auf die Lage im Nahen Osten äußerte Meloni zugleich Besorgnis über eine mögliche Eskalation des Konflikts. Besonders problematisch sei die “unverhältnismäßige Reaktion” des Iran, der nach ihren Worten angrenzende Staaten angreife – auch solche, die sich zuvor um ein Abkommen über das iranische Atomprogramm bemüht hätten.

Meloni warnt vor Krise des Völkerrechts

Die Regierungschefin warnte zudem vor einer zunehmenden Krise des Völkerrechts. Diese Entwicklung führe zu einer internationalen Lage, die “immer stärker vom Chaos bestimmt” werde. Eine solche Entwicklung sei nach der Invasion eines UNO-Mitgliedstaates in ein Nachbarland absehbar gewesen, sagte Meloni mit Blick auf den Krieg in der Ukraine.

Sorge bereite der Regierung auch die wirtschaftliche Entwicklung. Italien müsse verhindern, dass Spekulationen die Preise für Energie und Lebensmittel in die Höhe treiben, sagte Meloni. Priorität der Regierung sei es daher, mögliche wirtschaftliche Auswirkungen der Krise auf Italien zu begrenzen.

Angesichts der “unkontrollierten Angriffe” Irans auf Länder der Region will Italien Mittel zur Luftverteidigungsunterstützung an Golfstaaten entsenden. “Einige unserer strategischen Partner im Golf haben Italien formal um Unterstützung gebeten, um ihre Luftverteidigungsfähigkeiten zu stärken”, erklärte Außenminister Antonio Tajani bei seinen Mitteilungen in der Abgeordnetenkammer in Rom. Es handelt sich um Nationen, in denen Zehntausende Italiener, sowohl Zivilisten als auch Militärangehörige, leben, die wir schützen müssen. Deshalb hält die Regierung es für geboten, diesen Bitten nachzukommen”, so der Außenminister.

10.000 Italiener aus Krisenregionen evakuiert

“Direkt oder indirekt sind rund 100.000 Italiener in den Krisenregionen betroffen. Die Sicherheit unserer Landsleute hat oberste Priorität. Bis zu 10.000 Italiener konnten aus den Risikogebieten evakuiert werden.”, sagte Tajani weiter.

“Unser Leitstern bleibt die Deeskalation. Wir wollen auf keinen Fall eine Ausweitung des Konflikts. Wir ermutigen alle Parteien, größtmögliche Zurückhaltung zu üben und die Dialogkanäle mit dem Iran offen zu halten, ohne unsere Position zu verraten: Der Iran darf nicht über Atomwaffen verfügen und über Raketensysteme verfügen, die eine existenzielle Bedrohung für Israel, die Region und Europa darstellen könnten”, sagte Tajani.