„Was ist dir lieber: Ein Trans-Kind oder ein totes Kind?“. So oder ähnlich attackierten Trans-Befürworter jahrelang Eltern, die sich gegen Geschlechtsumwandlungen bei ihren Kindern aussprachen. Mantra-mäßig warfen sie besorgten und Trans-kritischen Müttern und Vätern vor, ihre Kinder und Jugendlichen in den Selbstmord zu treiben, sollten sie ihnen eine Hormonbehandlung oder operative Geschlechtsumwandlung verbieten. Das Narrativ der Aktivisten lautete: Eltern, aber auch Psychiater, die Kindern, die sich als „trans“ bezeichnen, statt Hormonen oder Operation erstmals eine Therapie ans Herz legen, seien „transphob“. Sie riskierten lieber den Selbstmord ihres Kindes als künftig ein Trans-Kind zu haben.

Eltern und Ärzte sollen eine angebliche Trans-Identität nicht hinterfragen
Mit dieser wirkmächtigen Erzählung geht noch eine andere einher: Eine Geschlechtsumwandlung würde sämtliche Probleme, psychische Belastungen und etwaige schon vorhandene psychische Erkrankungen lösen.
Beide Narrative waren ein wichtiger Treiber der sogenannten „gender-affirmativen Behandlung“. Das heißt: Ärzte und Psychologen sollen die angebliche Trans-Identität von Kindern und Jugendlichen unhinterfragt anerkennen, anstatt sie zu hinterfragen oder sie gar zu verändern.
Psychische Erkrankungen nehmen nach Behandlung bei jungen Männern und Frauen zu
Eine im April erschienene Langzeitstudie aus Finnland fordert diese weit verbreiteten Argumente nun heraus. Sie ergab nämlich: Medizinische Geschlechtsumwandlungen führten bei einem Großteil der Jugendlichen nicht zu einer Verbesserung der psychischen Gesundheit, wie allgemein angenommen. Im Gegenteil: Psychische Erkrankungen wie etwa Depression oder Angststörungen nahmen sogar zu. Bei jungen Männern, die eine Transition in Richtung Frau durchliefen, schnellte der Anteil psychischer Probleme von 9,8 Prozent vor der Umwandlung auf 60,7 Prozent nach einer Behandlung in die Höhe. Bei jungen Frauen mit Transition in Richtung Mann stieg die psychische Belastung von 21,6 auf 54,4 Prozent.
Was also von vielen Gruppen und Aktivisten als „lebensrettende Maßnahme“ verkauft wurde, verstärkt in Wahrheit psychische Belastungen der Patienten.

Risiko für Depression, Angststörungen unD Co. nach Transition sehr hoch
Ein Ergebnis der Studie: Selbst wenn frühere psychische Probleme berücksichtigt werden, bleibt das Risiko für schwere psychiatrische Erkrankungen nach einer Trans-Behandlung massiv erhöht: gegenüber weiblichen Vergleichspersonen etwa um das Dreifache, gegenüber männlichen sogar um das Fünffache.
An der Studie waren über 18.000 Finnen unter 23 Jahren beteiligt. 2.083 der jungen Erwachsenen waren zwischen 1996 und 2019 in ärztlicher Behandlung aufgrund von Genderdysphorie. Zum Vergleich wurden 16.643 sogenannte Kontroll- oder Vergleichspersonen herangezogen – also Menschen ohne das untersuchte Problem.
Trans-Jugendliche psychisch viel schwerer belastet als normale Teens
Jugendliche mit Geschlechtsdysphorie waren deutlich häufiger psychisch schwer belastet als die Vergleichsgruppe. Das zeigte sich schon vor der ersten Untersuchung: 45,7 Prozent von ihnen waren psychiatrisch auffällig, in der Kontrollgruppe waren es lediglich 15,0 Prozent. Auch mehr als zwei Jahre später blieb der Unterschied klar: 61,7 Prozent der Betroffenen brauchten psychiatrische Behandlung, bei den Kontrollpersonen waren es 14,6 Prozent.
Auffällig ist auch der Zeitvergleich: Wer erst nach 2010 überwiesen wurde, hatte noch häufiger psychische Probleme als frühere Jahrgänge. Vor der ersten Untersuchung lag der Anteil bei 47,9 Prozent, mehr als zwei Jahre danach bei 61,3 Prozent. In der jeweiligen Vergleichsgruppe lagen die Werte nur bei 15,3 beziehungsweise 14,2 Prozent.
Eine Geschlechtsumwandlung verbessert psychische Gesundheit nicht
Die Autoren der Studie fassen die Ergebnisse so zusammen: „Schwere psychiatrische Erkrankungen sind bei Jugendlichen mit Geschlechtsdysphorie häufig und treten offenbar vermehrt bei jenen auf, die in den letzten Jahren überwiesen wurden.“ Dann sagen sie schwarz auf weiß: „Der psychiatrische Behandlungsbedarf nimmt nach medizinischer Geschlechtsangleichung nicht ab.“
Die Studie kommt zu einem klaren Ergebnis: Jugendliche mit Geschlechtsdysphorie sind psychisch oft stark belastet – unabhängig vom Geschlecht. Nach medizinischen Geschlechtsumwandlungen werden die psychischen Probleme nicht weniger, sondern scheinen in vielen Fällen sogar weiter zu steigen.
Geschlechtsdysphorie scheint nicht der Grund für psychische Probleme zu sein
Die Autoren sagen: „Vor dem Hintergrund der vorliegenden Ergebnisse scheinen schwere psychiatrische Erkrankungen nicht in erster Linie auf die Geschlechtsdysphorie zurückzuführen zu sein. Psychische Erkrankungen müssen unabhängig von der Geschlechtsidentität eines jungen Menschen angemessen behandelt werden.“
Die Daten liefern keinen Hinweis darauf, dass es den Patienten nach einer Geschlechtstransition besser ging.
Nicht auf Diskriminierung zurückzuführen
Ein weiteres Narrativ von Trans-Aktivisten und Vertretern der gender-affirmativen Behandlung lautet: psychische Erkrankungen bei Transgender-Personen seien auf Diskriminierung und Stigmatisierung der Gesellschaft zurückzuführen. Diese These weisen die Forscher zurück. Sie argumentieren: „Angesichts einer zunehmenden gesellschaftlichen Offenheit gegenüber sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten hätte man daher eher einen Rückgang der psychiatrischen Belastung in den jüngeren Kohorten erwarten können“.
Die Forscher vermuten, dass sich psychische Probleme nach einer Transition in einzelnen Fällen als Konflikte rund um die neue Geschlechtsidentität bemerkbar machen könnten.

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