„Natürlich wird die stimmenstärkste Partei mit der Regierungsbildung beauftragt“ - Niessl im exklusiven Interview
Ex-Burgenland-Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) denkt laut über eine Kandidatur bei der nächsten Bundespräsidentenwahl nach. Im exxpress-Interview spricht er über eine mögliche überparteiliche Plattform, seine politischen Erfahrungen – und klare Vorstellungen für die Hofburg.
Der frühere burgenländische Landeshauptmann Hans Niessl (74) bringt sich für eine Kandidatur bei der kommenden Bundespräsidentenwahl in Stellung. Im Gespräch mit exxpress erklärt der langjährige SPÖ-Politiker, dass derzeit an einer überparteilichen Plattform gearbeitet werde, die Menschen aus verschiedenen politischen Lagern zusammenführen soll. Vertreter aus SPÖ, ÖVP sowie Freiheitliche oder ehemalige Freiheitliche seien bereits in Gespräche eingebunden.
Niessl begründet diesen Ansatz mit seiner politischen Erfahrung: In seiner Laufbahn – unter anderem als Bürgermeister und 18 Jahre als Landeshauptmann – habe er stets versucht, Politik aus der politischen Mitte heraus zu gestalten. Extreme Positionen würden die Gesellschaft spalten, entscheidend sei vielmehr der Dialog zwischen den politischen Lagern.
Auch zur Rolle des Bundespräsidenten hat Niessl klare Vorstellungen. Das Staatsoberhaupt sei der einzige direkt gewählte Bundespolitiker und sollte sich daher stärker zu aktuellen Themen äußern. Gleichzeitig plädiert er für klare demokratische Abläufe – etwa dass die stimmenstärkste Partei rasch mit der Regierungsbildung beauftragt wird.
Ob er bei der Bundespräsidenten-Wahl 2028 tatsächlich kandidiert, hängt laut Niessl auch davon ab, ob Organisation und Finanzierung eines Wahlkampfs gelingen.
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