In den neuen Reisehinweisen wird Kroatien besonders hervorgehoben. Unter 28 europäischen Staaten ist es laut serbischem Außenministerium das einzige Land, das in einer besonderen Warnkategorie geführt wird. Als Grund nennt die Behörde: „die jüngsten Ereignisse in der Republik Kroatien“, „immer häufigere Zwischenfälle“ und „Spannungen und ungünstige Sicherheitsumstände“.

Die Empfehlung ist deutlich: Serbische Staatsbürger sollen Reisen nach Kroatien möglichst vermeiden.

Vorsicht vor Provokationen

Für den Fall, dass eine Reise dennoch notwendig ist, gibt das Ministerium eine Reihe konkreter Verhaltenstipps. So heißt es: „Falls eine Reise notwendig ist, werden die Bürger aufgefordert, öffentliche Versammlungen und Orte zu meiden, an denen Provokationen zu erwarten sind.“

Außerdem sollen Reisende besonders vorsichtig sein:

– Keine Kleidung mit klar sichtbaren serbischen Nationalsymbolen tragen

– Fahrzeuge mit serbischen Kennzeichen nur auf überwachten Parkplätzen abstellen

– Auf persönliche und materielle Sicherheit achten

Nationalistische Zwischenfälle als Auslöser

Grundsätzlich wird die allgemeine Sicherheitslage zwar weiterhin als stabil bewertet. Dennoch registrieren die Behörden laut eigener Darstellung eine Zunahme von Vorfällen.

Konkret spricht das Außenministerium von:

– „nationalistischen Vorfällen von Fan- oder rechtsextremen Gruppen“

– verbalen Angriffen

– physischen Übergriffen auf serbische Staatsbürger oder Personen serbischer Herkunft

Besonders sensibel seien organisierte Gruppenreisen – etwa von Sportmannschaften oder kulturellen Delegationen. Sportverbände und Kulturvereine werden deshalb aufgefordert, vor geplanten Reisen unbedingt Kontakt mit den Behörden aufzunehmen.

Politischer Streit um neue Flugverbindungen

Trotz der offiziellen Reisewarnung baut die staatliche Airline Air Serbia ihren Flugplan nach Kroatien für die Sommersaison aus – unter anderem mit einer neuen Verbindung zur beliebten Ferieninsel Brač.

In der serbischen Politik stößt das auf Kritik. Valentina Rekovic von der Oppositionspartei Freiheit und Gerechtigkeit erklärte:

„Air Serbia hat die Zahl der Flüge nach Kroatien erhöht und eine neue Destination nach Brac eingeführt.“

Die Politikerin stellt die Regierung damit offen infrage. Entweder seien die Warnungen übertrieben – oder die staatlichen Institutionen würden nicht abgestimmt handeln.

Kritik an Präsidentenberaterin

Trotz der offiziellen Reisewarnung baut die staatliche Airline Air Serbia ihren Flugplan nach Kroatien für die Sommersaison aus – unter anderem mit einer neuen Verbindung zur beliebten Ferieninsel Brač.

In der serbischen Politik stößt das auf Kritik. Valentina Rekovic von der Oppositionspartei Freiheit und Gerechtigkeit erklärte: „Air Serbia hat die Zahl der Flüge nach Kroatien erhöht und eine neue Destination nach Brac eingeführt.“

Besonders im Fokus steht dabei Suzana Vasiljevic, eine enge Beraterin von Präsident Aleksandar Vucic. Sie sitzt gleichzeitig im Aufsichtsrat von Air Serbia.

Oppositionspolitikerin Rekovic kritisiert, Vasiljevic habe möglicherweise ihre Kollegen nicht über Aussagen des Präsidenten informiert. Dieser hatte zuvor erklärt, Kroatien könne Serbien angreifen und „sie warten nur auf den richtigen Moment“. Rekovic zieht ein hartes Fazit: „Entweder waren die Warnungen leere Propaganda oder die staatlichen Institutionen wissen nicht, was sie tun.“

Kroatien weist Vorwürfe zurück

Aus Zagreb kommt eine klare Antwort auf die Warnung aus Belgrad. Das kroatische Außenministerium erklärte gegenüber dem öffentlich-rechtlichen Sender HRT, das Land zähle zu den sichersten in Europa.

Tourismusminister Tonči Glavina reagierte ebenfalls deutlich. Die serbische Warnung sei „unbegründet“.

Schweizer Behörden sehen kein Problem

Auch aus internationaler Sicht wird die Lage deutlich entspannter bewertet. Wie 20 Minuten berichtete, schreibt das Schweizer Außenministerium (EDA) in seinen Reisehinweisen: Reisen nach Kroatien gelten grundsätzlich als sicher.

Einzig ein allgemeiner Hinweis bleibt bestehen: Terroristische Anschläge könnten – wie in vielen europäischen Ländern – nicht vollständig ausgeschlossen werden.