Am Montag wird Bundespräsident Alexander Van der Bellen Österreichs neue Regierung in der Hofburg angeloben. Der künftige Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP), 13 Minister sowie sieben Staatssekretäre werden dazu um 11 Uhr in der Präsidentschaftskanzlei erwartet.

Direkt im Anschluss findet im Bundeskanzleramt die Amtsübergabe vom scheidenden Kanzler Alexander Schallenberg (ÖVP) an Stocker statt. Dieser folgte am 5. Jänner Ex-Bundeskanzler Karl Nehammer als ÖVP-Chef nach.

Eine Umfrage von Unique Research für „heute.at“ (800 Befragte, 24.–27. Februar, Schwankungsbreite ±3,5 %) zeigt: Die Mehrheit der Österreicher bezweifelt, dass Stocker dem Amt gewachsen ist.

Mehrheit skeptisch

Nur 30 Prozent der Befragten halten Stocker für geeignet, während 55 Prozent daran zweifeln. 15 Prozent machten keine Angabe.

Wenig überraschend fällt die Einschätzung unter ÖVP-Wählern anders aus: 87 Prozent stehen hinter ihrem Kandidaten, nur 11 Prozent sind skeptisch.

Bei FPÖ-Wählern zeigt sich ein ganz anderes Bild: Nach den gescheiterten blau-schwarzen Koalitionsverhandlungen trauen nur 6 Prozent Stocker das Kanzleramt zu, während 89 Prozent ihm misstrauen.

FPÖ-Chef Herbert Kickl.APA/AFP/Alex HALADA

Uneinigkeit bei NEOS und Grünen, SPÖ-Wähler skeptisch

Unter den Anhängern von NEOS und Grünen ist die Meinung gespalten: Bei den NEOS sprechen sich 43 Prozent für Stocker aus, 45 Prozent halten ihn für ungeeignet. Bei den Grünen befürworten 41 Prozent seine Kanzlerschaft, während 39 Prozent skeptisch sind.

In der SPÖ überwiegen hingegen die Zweifel: 50 Prozent trauen Stocker das Amt nicht zu, 33 Prozent haben Vertrauen in ihn.

Am Montag wird Bundespräsident Alexander Van der Bellen Österreichs erste Dreierkoalition in der Hofburg angeloben.APA/MAX SLOVENCIK

Unterschiede zwischen Geschlechtern und Altersgruppen

Zwischen den Geschlechtern zeigt sich ein deutlicher Unterschied: 35 Prozent der Männer halten den ÖVP-Chef für geeignet, bei den Frauen sind es lediglich 26 Prozent. 57 Prozent der Männer und 53 Prozent der Frauen bezweifeln hingegen seine Eignung als Bundeskanzler.

Auch das Alter spielt eine Rolle: In der Gruppe der über 60-Jährigen trauen 41 Prozent Stocker das Amt zu, 47 Prozent sind skeptisch. Am größten ist das Misstrauen jedoch bei den 30- bis 59-Jährigen – hier bezweifeln 64 Prozent seine Eignung.