Ein Parteisong in den Austria Top 40 ist an sich schon außergewöhnlich. Was sich jedoch am Montagabend auf Ö3 abspielte, sorgte für zusätzlichen Zündstoff: „Immer vorwärts FPÖ“, offiziell „featuring Herbert Kickl“, landete auf Platz 20 der Single-Charts, wurde im Radio aber nicht vollständig gespielt. Statt der kompletten Version waren lediglich rund 45 Sekunden zu hören, was laut der Heute für viele ein politisches Signal war.

Charts-Hit – aber stark gekürzt

Die John Otti Band, auch bekannt als „Hausband“ der FPÖ, schaffte mit dem Lied „Immer vorwärts FPÖ“ den Sprung in die Top 20 der Austria Top 40. Dies wurde durch hohe Downloadzahlen in Österreich ermöglicht. Damit ließ der Titel sogar internationale Stars hinter sich.

Umso größer war die Aufmerksamkeit, als der Song tatsächlich in der Ö3-Sendung „Austria Top 40“ gespielt wurde. Doch statt der vollen Songlänge von 3:27 Minuten wurde nur ein kurzer Ausschnitt gesendet. Nach nicht einmal einer Minute war Schluss.

Vorab-Druck auf Ö3

Bereits am Montagvormittag hatten der FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker und der ORF-Stiftungsrat Peter Westenthaler das Thema öffentlich aufgegriffen. Hafenecker wies darauf hin, dass der Song in den Charts vor bekannten internationalen Künstlern liege und sinngemäß sogar „besser als Bruce Springsteen“ sei.

Ob der Song tatsächlich gespielt werde, stellte er offen infrage. „Ich bin gespannt, ob man heute Abend auf Ö3 den Mut hat, den Geschmack der Österreicher abzubilden, oder ob die Zensur-Schere im Kopf der Redakteure siegt“, sagte er.

Erklärung – und viel Analyse danach

Ö3 blieb bei der Ausstrahlung sachlich. Vor der Platzierung erklärte Moderatorin Jana Petrik noch einmal das Chartsystem: „Hier zählt nur, was in Österreich in der letzten Woche am meisten gekauft und gestreamt worden ist.“

Danach lief der Song, allerdings nur kurz. Anschließend erhielt der Politologe Peter Filzmaier deutlich mehr Sendezeit als der eigentliche Chartstitel. Er ordnete den Auftritt ein und zog Parallelen zu früheren singenden Politikern. Sein Fazit: „Eigentlich müssten sich andere Parteien etwas Ähnliches einfallen lassen.“