Wie mehrere Journalisten, darunter Barak Ravid (CNN, Axios, Channel 12) und Trey Yingst (Fox News), berichten, bestätigen israelische Regierungsvertreter, dass die Israel Defense Forces (IDF) mehrere iranische Militärvertreter und politische Führungsfiguren, darunter den Revolutionsführer Ajatollah Ali Khamenei und den Präsidenten Massud Pezeshkian, attackiert haben. Unklar ist, wie erfolgreich jene Schläge waren. Eine Auswertung werde im Laufe des Tages erwartet.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters wurde der iranische Revolutionsführer Ajatollah Ali Khamenei an einen sicheren Ort außerhalb Teherans gebracht. Oppositionsquellen im Iran berichten von Angriffen auf die Wohnhäuser mehrerer Führungspersönlichkeiten. Nach Informationen von NIUS geht Israel davon aus, dass der Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden, General Mohammad Pakhpour, heute Morgen getötet wurde.

Iranische Medien berichteten am Samstag von zahlreichen Explosionen im Zentrum Teherans. Die halbamtliche Nachrichtenagentur Fars News Agency meldete, dass mehrere Raketen den Regierungsbezirk der iranischen Hauptstadt getroffen haben sollen.

Der britische Sender BBC hat zudem Bilder veröffentlicht, die Rauchwolken über dem Jomhouri-Platz und dem Hassan-Abad-Platz in Teheran zeigen. Bislang gibt es keine offiziellen Angaben zu Opfern oder Schäden. Wie der Bild-Reporter Iman Sefati berichtet, soll besonders das Regierungsviertel in Teheran von den Angriffen betroffen sein. Auch in den Städten Isfahan, Qom und Kermanschah sei es zu Explosionen gekommen.

Der deutsche Botschafter in Israel, Steffen Seibert, hat in einem Post auf X die deutschen Staatsbürger im Land aufgefordert, den Anweisungen der israelischen Sicherheitsbehörden und des Home Front Command zu folgen. „Bleiben Sie vor allem nah an geeigneten Schutzräumen“, schrieb er.

Angesichts der eskalierten Lage warnt der israelische nationale Sicherheitsrat israelische Bürger vor einer globalen Bedrohung durch den Iran. In einer Empfehlung rät man, im Ausland zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen, da das iranische Regime unmittelbare Angriffe auf israelische oder jüdische Ziele weltweit starten könnte.

Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz sprach zudem von einem vorsorglichen Angriff, um „Bedrohungen zu beseitigen“. Details nannte er nicht. Die USA haben in der Region große Flotten an Kampfschiffen und Militär-Flugzeugen stationiert.

Mossad will Iran zu „glorreichen Tagen“ zurückbringen

Parallel zu den Militärschlägen hat der israelische Geheimdienst Mossad auf seinem offiziellen persischsprachigen Telegram-Kanal die Iraner aufgerufen, bei der „Rückkehr Irans zu seinen glorreichen Tagen“ mitzuhelfen. „Unsere iranischen Brüder und Schwestern, ihr seid nicht allein! Wir haben einen hochgesicherten und dedizierten Telegram-Kanal speziell für euch gestartet. Gemeinsam werden wir Iran zu seinen glorreichen Tagen zurückführen“, heißt es in der Erklärung. Der Mossad fordert die Iraner auf, „Fotos und Videos eures gerechten Kampfes gegen das Regime mit uns zu teilen“.

Laut N12 News plant Israel, „bis zum Ende zu gehen“ und das iranische Regime zu stürzen. Berichten von Ynet zufolge handelt es sich bei den Angriffen auch um einen massiven Angriff auf iranische Raketenstellungen. Im ersten Schlag soll Israel darauf abgezielt haben, eine iranische Raketeninfrastruktur zu neutralisieren, indem ober- und unterirdische Abschussrampen angegriffen wurden, die als feuerbereit galten. Mehrere mit dem iranischen Raketenprogramm verbundene Standorte seien demnach bombardiert worden. Israel habe durch Fernangriffe mit Langstreckenmunition im ersten Stadium eine taktische Überraschung erzielt, so der israelische Sender N12 News. Das Ziel, auf das die Bombardierung abzielt, ist Sturz des Mullah-Regimes.

Unbestätigten Berichten aus dem Iran zufolge wurden tausende Mitglieder der Revolutionsgarden (IRGC) getötet oder verwundet. Es gebe erste Anzeichen, dass das iranische Regime Mühe habe, weiter zu funktionieren. Die USA und Israel planen Tage intensiver Schläge; zudem seien Cyberangriffe im Gange, die die iranische Kommunikation stören.

Berichten zufolge hat der Iran als Vergeltung Raketenangriffe auf US-Stützpunkte in Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten durchgeführt. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim meldet einen Angriff auf eine US-Basis in Bahrain, begleitet von Videoaufnahmen, die eine große Rauchwolke über einer Hafenstadt zeigen. Unbestätigte Quellen sprechen zudem von ballistischen Raketen, die die Al-Dhafra-Luftbasis in Abu Dhabi getroffen haben sollen. Diese Eskalation könnte weitere Verbündete in die Konflikte hineinziehen, da Bahrain und die UAE Teil der Abraham-Abkommen sind.

Trump sieht „Stunde der Freiheit“, Pahlavi spricht von „schicksalhaften Momenten“

US-Präsident Donald Trump hat die Iraner in einem Video auf seiner Plattform Truth Social direkt aufgefordert, ihre Regierung zu stürzen, sobald die Angriffe abgeschlossen sind. „Ich sage heute Abend, dass die Stunde eurer Freiheit gekommen ist“, erklärte er und warnte die Iraner, zu Hause zu bleiben, weil „Bomben überall fallen werden“. Trump betonte: „Wenn wir fertig sind, übernehmt eure Regierung! Sie gehört euch. Das wird wahrscheinlich eure einzige Chance für Generationen sein. Also lasst uns sehen, wie ihr reagiert.“ Er versprach den Iranern US-Unterstützung „mit überwältigender Stärke und verheerender Kraft“ und drängte sie, den Moment zu nutzen: „Das ist der Moment für Handeln. Lasst ihn nicht verstreichen.“

In einer landesweit ausgestrahlten Ansprache hat der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu den Beginn der gemeinsamen Militäroperation mit den USA gegen den Iran verkündet. „Brüder und Schwestern, Bürger Israels, vor kurzem haben Israel und die USA eine Operation gestartet, um die existentielle Bedrohung durch das Terrorregime im Iran zu beseitigen“, sagte Netanjahu. Er dankte dem US-Präsidenten Donald Trump für dessen „historische Führung“. Netanjahu warf dem iranischen Regime vor, seit 47 Jahren „Tod Israel“ und „Tod Amerika“ zu rufen, Blut vergossen und viele Amerikaner ermordet zu haben sowie sein eigenes Volk massakriert zu haben. „Dieses mörderische Terrorregime darf nicht mit Atomwaffen bewaffnet werden, die es ihm ermöglichen würden, die gesamte Menschheit zu bedrohen.“

Der im Exil lebende iranische Kronprinz Reza Pahlavi hat in einem Video auf X die Iraner, das Militär und Präsident Trump angesprochen und zu einem Regimewechsel aufgerufen. „Liebe Landsleute, schicksalhafte Momente liegen vor uns“, sagte er. Pahlavi bezeichnete die Angriffe als „humanitäre Intervention“, die sich gegen das Regime richte, nicht gegen das iranische Volk. An das Militär gewandt erklärte er: „Ihr habt geschworen, Iran und das iranische Volk zu schützen, nicht die Islamische Republik und ihre Führer. Schließt euch dem Volk an und helft bei einem stabilen und sicheren Übergang.“

An Trump gerichtet bat er um Vorsicht: „Ich bitte Sie, die größtmögliche Vorsicht walten zu lassen, um das Leben von Zivilisten und meinen Landsleuten zu schützen.“ Den Iranern riet er: „Bleibt derzeit zu Hause und bewahrt eure Ruhe und Sicherheit. Seid wachsam und bereit, bis ich euch den genauen Zeitpunkt für die finale Aktion mitteile.“ Pahlavi schloss: „Wir sind dem endgültigen Sieg sehr nahe. Ich möchte so bald wie möglich an eurer Seite sein, um gemeinsam Iran zurückzuerobern und wieder aufzubauen.“

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf unserem Partner-Portal NiUS erschienen.