In einem Schreiben an die ORF-Gremien erhebt Stiftungsrat Peter Westenthaler schwere Vorwürfe gegen den Vorsitzenden Heinz Lederer. Es sei zu prüfen, „inwieweit Herr Lederer Entscheidungen der Geschäftsführung beeinflusst hat“. Konkret geht es um Geschäftsbeziehungen zu Partnern wie dem Skiverband (exxpress berichtete zuerst), Rhomberg und Interspot.

Westenthaler fordert zudem Transparenz über mögliche Beratungsmandate Lederers und stellt die Frage, „ob Herr Lederer diese offensichtlichen Interessenskonflikte ordnungsgemäß gemeldet hat“. Auch die Kosten externer Berater seit dem 12. März sollen offengelegt werden.

Vorgänge hätten „dem ORF massiven Schaden zugefügt“

In einem zweiten Schreiben drängt ÖVP-Stiftungsrat Ewald Aschauer auf rasche Aufklärung. Die aktuellen Vorgänge hätten „dem ORF erheblichen Schaden zugefügt“ und das Vertrauen erschüttert. Nun brauche es „eine vollständige und nachvollziehbare Aufklärung aller relevanten Sachverhalte“.

Aschauer fordert außerdem eine außerordentliche Sitzung des Stiftungsrates, um die offenen Fragen rasch zu klären. Transparenz sei „kein Nebenaspekt, sondern eine zentrale Voraussetzung für Glaubwürdigkeit“.

Im Zentrum der Debatte stehen neben möglichen Interessenkonflikten auch strukturelle Fragen zu Compliance, Unternehmenskultur und Sonderverträgen im ORF. Ziel müsse eine „konsequente, transparente und glaubwürdige Aufarbeitung“ sein.