Wissenschafter haben die Zeiger der “Weltuntergangsuhr” erstmals auf 85 Sekunden vor Mitternacht gestellt und vor einer globalen Katastrophe gewarnt. Sorge bereiteten ihnen unter anderem das Verhalten der Nuklearmächte Russland, China und USA, die Klimakrise, Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten sowie mögliche Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz, teilten die Forscher des “Bulletin of the Atomic Scientists” in Washington mit.

In den vergangenen Jahren waren die Zeiger der Uhr immer näher an Mitternacht herangerückt – von 100 Sekunden auf 90 und im vergangenen Jahr dann auf 89. Mit 85 Sekunden stehen die Zeiger nun so nah an Mitternacht wie noch nie zuvor. Damit ist den Forschern zufolge die Gefahr, dass sich die Menschheit durch einen Atomkrieg oder die Erderwärmung auslöscht, inzwischen so groß wie nie zuvor seit Erfindung der Uhr 1947. Der symbolische Stand der Uhr wird ein Mal im Jahr mitgeteilt.

Ursprung der "Weltuntergangsuhr"

Als die “Weltuntergangsuhr” 1947 geschaffen wurde, ging es lediglich um die Bedrohung für die Menschheit durch Atomwaffen. Den Klimawandel bezog das Bulletin erstmals 2007 in seine Überlegungen zur Zeigerstellung ein.

In den Anfangsjahren entschied der Bulletin-Herausgeber Eugene Rabinowitch, ob der Zeiger weitergestellt werden sollte. Nach Rabinowitchs Tod im Jahr 1973 übernahm der Vorstand des Bulletin diese Verantwortung. 2008 wurde das Science and Security Board formell vom Governing Board getrennt und mit dieser Aufgabe betraut. Seitdem tritt das Science and Security Board zweimal jährlich zusammen, um weltpolitische Ereignisse zu diskutieren und die Uhr neu zu stellen.