Die SPÖ ist Samstagvormittag in ihren Bundesparteitag gestartet, bei dem sich Andreas Babler der Wiederwahl als Vorsitzender stellt. Unter den Klängen von “Burning Heart” zog der Parteivorsitzende gemeinsam mit seinem Regierungsteam in den Veranstaltungssaal in der Wiener Messe ein. Dort erwarteten ihn gut 600 Delegierte sowie in etwa ebenso viele Gäste. Von der Parteiprominenz fehlte bloß Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil.

Ungewöhnlich war, dass der Parteichef gleich als Erster – vor der Bühne stehend – kurz das Wort ergriff und fürs Kommen dankte. Babler ging davon aus, dass vom Parteitag ein “starkes Zeichen der Sozialdemokratie” ausgehen werde. Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheimer sprach dann im offiziellen Eröffnungsstatement angesichts des vollen Auditoriums von einem “atemberaubenden Bild”.

Für Babler und dessen Regierungsteam warb er. Dieses habe “geliefert”. Die SPÖ sorge für einen starken Sozial- und Rechtsstaat.

Knapp 89 Prozent zu verteidigen

Im Vorfeld hatte es in der Partei einige Unruhe gegeben, wollten doch Babler-kritische Länder-Organisationen Altkanzler Christian Kern überzeugen, um den Vorsitz zu rittern. Nach dessen Verzicht gilt nun das ganze Interesse dem Abschneiden Bablers. Zu verteidigen hat er 88,8 Prozent, die er vor 2,5 Jahren in Graz errungen hatte.

Vor Beginn des Parteitags gab sich der Vorsitzende jedenfalls viel Mühe, persönlich für gute Stimmung zu sorgen. Schon eine Stunde vor dem offiziellen Start mischte er sich unter die Delegierten, schüttelte unzählige Hände und stand für Erinnerungsfotos zur Verfügung. Wie sein Ergebnis ausfallen wird, wagte im Vorfeld niemand einzuschätzen. Allgemein war man sich einig, dass es über 80 Prozent liegen sollte, damit nicht sofort wieder Personaldebatten starten.

Die Wahl von Vorstand und Präsidium erfolgt zu Mittag nach der großen Grundsatzrede Bablers. Das Ergebnis dürfte zwischen 14 und 15 Uhr verkündet werden. Davor und danach wird über die zahlreichen Anträge debattiert, die vom Vorstand bzw. den Teilorganisationen eingebracht wurden.

Vor Beginn des Parteitags gab es zwei kleinere Protestaktionen. Die Jugendorganisationen der SPÖ warben für Vermögenssteuern, Umweltschutz-Organisationen um “Fridays for Future” wandten sich lautstark gegen den Lobau-Tunnel.