Auch ihr Kleid war alles andere als dezent: „Tax the rich, save the climate“ stand gut sichtbar auf der Robe. Zwischen funkelnden Kronleuchtern und festlicher Abendgarderobe wirkte die Aktion für viele Beobachter eher wie eine kalkulierte Provokation als wie ein eleganter Protest. Statt Glanz und Walzer gab es plötzlich Steuerdebatte auf dem roten Teppich.

Schilling: Protest gegen rund 400 „Superreiche“

Im Interview mit oe24.TV erklärte Schilling, sie wolle für eine Vermögenssteuer für „Superreiche“ werben. Die reichsten Haushalte würden überproportional viele Emissionen verursachen, während für Normalverdiener das Leben immer teurer werde. Mit einer stärkeren Besteuerung großer Vermögen könne man Klimaschutz und soziale Maßnahmen finanzieren, so ihre Argumentation.

Kritiker sahen in dem Auftritt jedoch weniger eine inhaltliche Debatte als vielmehr eine Selbstinszenierung auf großer Bühne. Der Opernball sei traditionell ein gesellschaftliches Ereignis – kein Parteitag. Dass ausgerechnet der Eröffnungsabend für eine derart plakative Aktion genutzt wurde, empfinden manche als unpassend.

Schilling betonte, ihr Protest richte sich nicht gegen einzelne Gäste, sondern gegen rund 400 besonders Vermögende in Österreich. Dennoch bleibt der Eindruck eines Auftritts, der mehr Stirnrunzeln als Zustimmung auslöste – und der dem Abend eine politische Schärfe verlieh, die viele Besucher wohl nicht erwartet hatten.

„Tax the rich, save the climate“ war auf Schillings Kleid zu lesen.APA/HELMUT FOHRINGER