Politischer Aschermittwoch - SPÖ-Lercher hetzt gegen FPÖ
Lercher sprach vor 500 Gästen in obersteirischer Festhalle.
Lercher zog von Blasmusikklängen der “Neujahrsgeiger” begleitet in den Saal, im Steirerjanker leutselig händeschüttelnd wie auch sein Kärntner Parteikollege Daniel Fellner, teils von Standing Ovations untermalt. Mit ihm marschierten die weiteren Gastredner ein, nämlich Olivia Janisch, stellvertretende Vida-Chefin, der Fußballfunktionär Christoph Peschek, Geschäftsführer des Bundesligisten Blauweiß Linz sowie die Judenburger SPÖ-Bürgermeisterin Elke Florian – geschlechtermäßig paritätisch.
Christian Kern hat in letzter Sekunde abgesagt
Bürgermeisterin Florian machte in ihrer Rede auf die geringe Zahl von weiblichen Ortschefs aufmerksam. Sie forderte etwaige im Saal befindliche Bürgermeisterinnen auf zu summen. Es blieb still – “Seht Ihr?” Florian brach eine Lanze für die Kommunen: “Wir Gemeinden sind das Fundament im Land, wir sind keine Bittsteller, wir brauchen Geld für all die Aufgaben, die wir zugeteilt bekommen, vom Land, vom Bund.” Und nirgendwo seien Budgets so transparent und nachvollziehbar, sagte Florian.
Nach dem Bieranstich legte Lercher los. “Ich liebe diesen politischen Aschermittwoch, dass wir ihn für die Sozialdemokratie haben, denn wir brauchen Formate, bei denen es noch Spaß macht.” Man habe zu ihm gesagt, die Veranstaltung werde ein Erfolg, denn der Fasching werde um einen Tag verlängert. “Was Gott durch einen Berg getrennt, soll der Mensch nicht durch einen Tunnel verbinden”, bezog sich Lercher auf den Koralmtunnel. “Als dann durch den Berg gebohrt wurde, kam auf einmal Licht – das war die Steiermark”, machte Lercher einen Witz auf Kosten seines Kärntner Parteifreundes Fellner. Ein Ex-Chef bekam auch eine satirische Kopfwäsche: “Christian Kern war heute eingeladen, er hat in der letzten Sekunde abgesagt.”
"Wer für Trump, Putin und Orban ist, ist kein Patriot"
Nach ein paar kleinen Seitenhieben auf NEOS und Grüne machte sich Lercher schön langsam gegen die FPÖ warm. “Wir sind in Summe noch immer eine Insel der Seligen”, sagte er. “Ich google ja immer die beliebtesten Suchbegriffe. Trump greift nach Grönland, Putin greift immer stärker in der Ukraine an – und das meistgesuchte Wort in Österreich ist Elch Emil.” Dann ging es gegen die Freiheitlichen: “Die sagen ja, sie sind die Patrioten, die anderen nicht, und wir hinterfragen es nicht.” Wer für Trump, Orban und Putin sei, sei kein Patriot, sagte Lercher unter Jubel.
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