Politisches Erdbeben in London: Starmers Stabschef tritt nach Epstein-Affäre zurück
Der Druck in der Epstein-Affäre führt zu Konsequenzen in der britischen Spitze. Nach Berichten mehrerer Medien tritt nun der engste Vertraute von Premierminister Keir Starmer zurück. In einer von der BBC veröffentlichten Erklärung räumte Morgan McSweeney ein, Premier Starmer zur Bestellung von Ex-Minister Peter Mandelson als neuen Botschafter in den USA geraten zu haben – und bekannte sich ausdrücklich zur „vollen Verantwortung“ für diese Entscheidung.
Weiter schreibt der 48-jährige Starmer-Vertraute: “Die Entscheidung, Peter Mandelson zu ernennen, war falsch.” Mandelson habe der Labour-Party, dem Land und dem Vertrauen in die Politik geschadet.
Vor zehn Tagen waren neue Dokumente aufgetaucht, die das Ausmaß der Beziehungen Mandelsons, der 2024 Botschafter in Washington wurde, zu dem verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein belegen. Die Unterlagen deuten zudem darauf hin, dass er 2009 und 2010 Regierungsdokumente an Epstein weitergegeben hat. Inzwischen laufen polizeiliche Ermittlungen wegen möglichen Fehlverhaltens im Amt. Labour-Abgeordnete hatten McSweeneys Rücktritt gefordert. Sie und seine politischen Gegner hatten ihm vorgeworfen, bei der Ernennung seines Freundes Mandelson keine gründliche Überprüfung sichergestellt zu haben.
Nach dem Rücktritt von McSweeney sollen zunächst seine beiden bisherigen Stellvertreterinnen, Vidhya Alakeson und Jill Cuthbertson, gemeinsam die Rolle des Stabschefs übernehmen, wie die BBC unter Berufung auf die Downing Street berichtete.
Starmer verliert wichtigen Berater
Während McSweeney für manche Labour-Politiker schon länger ein rotes Tuch war, sind andere überzeugt, dass der Rücktritt kaum etwas nützen wird – im Gegenteil. Ohne den engen Berater, auf dessen Instinkt Starmer sich stets verlassen habe, stehe der Premier eher schlechter da, zitierte die BBC eine Quelle aus der Labour-Party: “Er wäre nicht Premierminister ohne Morgan, und ich frage mich, ob er das jetzt noch viel länger sein wird.”
Kommentare