Politisches Kalkül statt Gesundheit? Labour Party blockiert Verbot von Cousin-Ehen
Die britische Labour Party steht zunehmend unter Druck, nachdem sie sich geweigert hat, einen Gesetzentwurf zu unterstützen, der Ehen zwischen Cousins ersten Grades im Vereinigten Königreich verbieten soll, berichtet The Telegraph.
Der Widerstand gegen das sogenannte Private Members’ Bill hat heftige Reaktionen ausgelöst – von Oppositionspolitikern, Gesundheitsexperten und Teilen der Öffentlichkeit. Kritiker werfen der Regierung vor, aus politischem Kalkül einem heiklen Thema auszuweichen und dabei gesundheitliche und gesellschaftliche Risiken zu ignorieren.
Holden brachte Gesetzesentwurf ein
Richard Holden, konservativer Abgeordneter, erstellte den Gesetzentwurf mit dem Titel „Marriages (Prohibited Degrees of Relationship) Bill“. Er sieht vor, Cousin-Ehen in England und Wales zu untersagen, wie GB News schreibt. Holden brachte die Initiative bereits im Dezember 2024 ein, doch seitdem kam es zu keiner Thematisierung.
Premierminister Keir Starmer lehnte es zudem nun ab, seine Fraktion zur Unterstützung des Verbots aufzufordern. Das sorgte für massive Kritik – auch in sozialen Netzwerken. Dort wird der Labour Party vorgeworfen, das Thema aus Rücksicht auf bestimmte Wählergruppen zu meiden. Einzelne Posts sprechen von einer bewussten Ignoranz gegenüber bekannten medizinischen Risiken. Die Wortwahl vieler Beiträge fiel dabei teils extrem aus, zeigte aber die emotionale Aufladung der Debatte.
Kritik von Parteimitgliedern
Auch innerhalb der Partei gibt es unterschiedliche Positionen. Der Abgeordnete Neil Coyle befürwortet ein Verbot und verweist auf erhöhte Kindersterblichkeit und Geburtsfehler. Dagegen argumentiert Iqbal Mohamed, Cousin-Ehen könnten in manchen Gemeinschaften familiären Zusammenhalt und finanzielle Sicherheit fördern – eine Aussage, die wiederum breite Kritik auslöste.
Gesundheitsexperten warnen seit Jahren vor den Folgen: Studien zufolge ist das Risiko für genetische Erkrankungen bei Kindern von Cousins deutlich erhöht. Eine Untersuchung der Universität Bradford zeigte zudem häufiger Sprach- und Entwicklungsprobleme.
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