Die LGBTIQ-Saison ist eröffnet – und sie macht auch vor dem ländlichen Raum nicht halt. Bei der „Mistelbach Pride“ hielt der ÖVP-Bürgermeister eine Rede, in anderen Orten werden die Veranstaltungen direkt oder indirekt mit Steuergeldern aus Bund und Länder mitfinanziert.
Nicht nur in Wien hat die „Pride“-Saison offiziell gestartet. Das LGBTIQ-Event ist mittlerweile auch abseits größerer Städte angekommen und verbreitet sich am Land – etwa in der NÖ-Stadtgemeinde Mistelbach an der Zaya. Dort fand vergangenen Samstagnachmittag die „Mistelbach Pride“ statt. Rund 1.000 Personen waren gekommen, laut einem Pressesprecher.
ÖVP-Bürgermeister hält Ansprache
Es gab eine queere Parade durch den Ort im Weinviertel, drei Dragqueen-Show und eine Ansprache des ÖVP-Bürgermeisters Erich Stubenvoll. Beim Empfang im Barockschlössl hob Stubenvoll hervor, dass Mistelbach mit Parade und Programm zeige, dass ein „respektvolles und solidarisches Miteinander“ auch auf dem Land gelebte Realität sein kann, wie meinbezirk.at berichtete.

Am Freitag fand in der evangelischen Kirche in Mistelbach auch ein „Pride Prayer“, laut der Instagramseite eine gemeinsame Veranstaltung der evangelischen und katholischen Kirche, statt.
Die Mistelbach-Pride mit dem Motto #wirmiteinander wird unterstützt von etwa der „Erste Bank“ (die Bank sponsert auch die „Vienna Pride“), Billa, Ikea, Microsoft und einigen regionalen Betrieben. Von der Stadtgemeinde Mistelbach bekommt die Veranstaltung kein Geld, etwa in Form von Förderungen. Aber: Das Event wird „mit Dienst- und Sachleistungen des städtischen Bauhofs unterstützt. Darin inkludiert ist jegliche Form der Unterstützung beim Auf- und Abbau des benötigten Equipments für die Ausrichtung der Veranstaltung“, berichtet ein Gemeinde-Pressesprecher gegenüber exxpress.
Dieses Onlinemedium wollte auch wissen, warum der Bürgermeister einer bürgerlich-konservativen Partei wie Erich Stubenvoll eine Ansprache bei der „Mistelbach Pride“ hält.Seine Antwort: „Warum denn nicht? Ich sehe die Mistelbach Pride als sichtbares Zeichen der Weltoffenheit unserer Stadt und als Zeichen der Toleranz und Solidarität! Bürgerlich-konservativ heißt nicht ausgrenzend oder rückwärtsgewandt.“
Wie viele LGBTIQ-Personen genau in Mistelbach und Umgebung leben, konnte der Pressesprecher nicht sagen.
„Pride“-Paraden überall
Die Stadt im Weinviertel ist nicht der einzige Ort am Land, in dem „Pride“-Paraden und andere queere Veranstaltungen stattfinden. Die „Sozialistische Jugend Österreich“, die Jugendorganisation der SPÖ, veröffentlichte auf ihrer Instagramseite einen Post mit allen Städten und Regionen, in denen „Pride“-Veranstaltungen im Sommer stattfinden. Darunter: Baden, Wr. Neustadt, St. Pölten, Linz, Steyr, das Innviertel, das Salzkammergut, Deutschlandsberg, Klagenfurt, Villach, Graz, Spital, Burgenland, Vorarlberg.
Unterstützer sind oft Kulturprojekte, die von Bund und Land gefördert werden
Die Webseite „salzkammerpride“ etwa teilt Informationen über die „Pride“-Parade in Bad Ischl am 29. August. Die Demonstration findet heuer zum dritten Mal statt. Auch ein „Pride“-Dorf ist in der Innenstadt geplant. Hauptsponsoren sind das Hotel „Grand Elisabeth“ sowie die Initiative „Salzkammergut 2024“. Letztere vereint verschiedene Künstler und Kulturinstitutionen, die Projekte im Salzkammergut verwirklichen. Deren Sponsor wiederrum ist unter anderem die Raiffeisen-Bank, das Land Steiermark und das Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport.
Eine ähnliche Projektinitiative, die der „salzkammerpride“ finanziell unter die Arme greift, ist „aufruch salzkammergut“. Diese wird ebenso durch das Ministerium des Vizekanzlers Andreas Babler (SPÖ) gefördert. Dadurch fließen also auch Steuergelder in die queere Veranstaltung. Weitere Unterstützer der „Pride“-Parade in Bad Ischl sind die Bundespartei der NEOS und die Grünen Oberösterreich. Auch dadurch fließen Steuergelder an die Veranstaltung.
Die „Pride“ in Villach findet Anfang Juli statt. Sponsoren sind neben etwa „Mc Donalds“ oder „Red Bull“ auch der Villacher Kulturhof. Dieser wird vom Land Kärnten und von Bablers Ministerium finanziert. Das heißt: Auch diese LGBTIQ-Veranstaltung wird indirekt mit Steuermitteln finanziert.
CSD in Graz direkt von Land und Stadt finanziert
Der CSD („Christoper Steet Day“) in Graz am 23. Juni wird unter anderem vom Land Steiermark und von der Stadt Graz finanziert. Auch in der steirischen Hauptstadt ist ein „Ökumenischer Regenbogen-Gottesdienst“ in der Heilandskirche geplant.

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