Pronomen-Revolution abgesagt: Neue Zahlen erschüttern den Gender-Hype
In den USA galt das genderneutrale they lange als Symbol einer neuen Sprach-Mode. Doch die Welle bricht: Umfragen zeigen, dass sich deutlich weniger junge Menschen als trans oder nicht-binär bezeichnen. Linguisten und Forscher sprechen von einer Trendwende zurück zu „he“ und „she“ – mit Auswirkungen auch für Europa.
In den USA schien das genderneutrale Singular-they lange die Lösung für alle zu sein, die weder „er“ noch „sie“ wollen. Der Sprachwissenschaftler John McWhorter erklärt die große Pronomen-Revolution nun für beendet – gestützt auf Umfragen und Statistiken. Sein Befund: „Binäre Geschlechter sind wieder auf dem Vormarsch, und damit auch die Pronomen, die am engsten mit ihnen verbunden sind.“
„Im freien Fall“: Nicht-binär verliert massiv
Wie die WELT berichtete, sieht es auch der Politikwissenschaftler Eric Kaufmann ähnlich. Der Anteil von Studenten, die sich weder als Mann noch als Frau identifizieren, sei „im freien Fall“. Nach einem Höhepunkt 2023, als sich acht Prozent als nicht-binär bezeichneten, sei der Wert 2025 wieder auf weniger als zwei Prozent gesunken. Kaufmann wertete dafür Befragungen des Higher Education Research Institute (HERI) und der Foundation for Individual Rights and Expression (FIRE) aus sowie Daten der Phillips Academy Andover und der Brown University. Sein Report wurde angegriffen – neben methodischen Einwänden auch mit dem Argument, im gegenwärtigen Amerika hätten weniger Menschen den Mut, sich öffentlich als non-binär oder transsexuell zu bekennen.
CES-Daten bestätigen den Knick – und Trump könnte Zahlen abdrehen
Auch die Psychologieprofessorin Jean M. Twenge (San Diego State University) verweist auf die Cooperative Election Study (CES) der Tufts-Universität, die auf breiterer Datenbasis beruht: „Bei den 18- bis 22-Jährigen ging die Identifikation als ‚trans‘ von 2022 bis 2024 um nahezu die Hälfte zurück. Die Identifikation als nicht-binär sank zwischen 2023 und 2024 um mehr als die Hälfte.“ Twenge deutet das als Generationen-Effekt: Amerikaner, die in den frühen 2000er-Jahren geboren wurden, seien eher geneigt, sich als transgender oder nicht-binär zu identifizieren, als Menschen, die vor oder nach ihnen geboren wurden.
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