Ramadan-Kalender in Wiener Kindergarten sorgt für Kritik
Ein Ramadan-Kalender in einem Wiener Betriebskindergarten des Bundeskanzleramts sorgt für Kritik. Eine Mutter fühlt sich nicht informiert und spricht von Verwirrung bei ihrem Sohn. Der Kindergarten betont, es habe „keine religiöse Einordnung“ gegeben – die FPÖ fordert „lückenlose und transparente Aufklärung“.
Ein Ramadan-Kalender in einem Wiener Betriebskindergarten des Bundeskanzleramts hat Kritik ausgelöst. Eine Mutter wandte sich an Heute, nachdem ihr Sohn von einem „Zuckerfest“ im Kindergarten erzählt hatte.
Bei der Einrichtung handelt es sich um den „Betriebskindergarten des Bundeskanzleramtes“, betrieben von den „Kinderfreunden“. In erster Linie werden hier die Plätze an die Kinder der Mitarbeiter des Bundeskanzleramtes vergeben. Es gibt aber auch externe Plätze.
Mutter: „Ich wusste nichts davon“
Auslöser war die Erzählung ihres Sohnes am Donnerstagabend. „Mein Sohn hat mir berichtet, dass sie jeden Tag ein Kalendersackerl öffnen dürfen“, schildert die Mutter. In jedem Sackerl befinde sich eine Affirmationskarte sowie ein Zuckerl. Jeden Tag im Ramadan dürfe ein anderes Kind ein Sackerl öffnen.
Die Mutter kritisiert vor allem die fehlende Information. „Ich wusste nichts davon. Es gab keine Mitteilung, keine Information.“
Sie schildert außerdem: „Mein Kind war am Aschermittwoch noch mit mir in der Kirche und kam dann völlig verwirrt aus dem Kindergarten nach Hause.“
Am Freitag habe sie das Gespräch mit der Leitung gesucht. „Ich war bei der Leiterin des Kindergartens, die mir die Entfernung des Ramadan-Kalenders zugesagt hat“.
Für sie bleibe dennoch „ein schaler Beigeschmack“. Sie wünsche sich künftig mehr Transparenz bei sensiblen Themen – insbesondere dann, „wenn religiöse Inhalte im Kindergartenalltag eine Rolle spielen“.
Kindergarten: „Keine religiöse Einordnung“
Eine Pressesprecherin der „Kinderfreunde“ erklärte, dass es sich um eine „Tradition aus dem familiären Umfeld eines Kindes“ gehandelt habe.
Wörtlich heißt es: „Der Kalender wurde nicht im Kindergarten gestaltet oder als Gruppenprojekt erarbeitet, sondern von einem Kind von zu Hause mitgebracht. Das Kind wollte diese Tradition gerne mit den anderen Kindern teilen und hat sich damit partizipativ in den Kindergartenalltag eingebracht.“
Nach Angaben des Kindergartens seien dabei „keine religiösen Hintergründe thematisiert oder vermittelt“ worden. Es seien „ausschließlich altersgerechte Inhalte wie Dankbarkeit, Freundschaft und gemeinsames Erleben nähergebracht“ worden.
Zudem betont man: „Eine religiöse Einordnung oder eine religiöse Feier haben nicht stattgefunden.“
Gleichzeitig wird eingeräumt, dass die Eltern nicht vorab informiert wurden. Man bedauere dies und wolle künftig „noch sorgfältiger auf eine transparente Kommunikation achten“.
FPÖ fordert Aufklärung
Nach Bekanntwerden des Falls äußerte die FPÖ scharfe Kritik.
FPÖ-Wien Klubobmann Maximilian Krauss spricht von „Ramadan-Indoktrinierung im Betriebskindergarten des Bundeskanzleramts“. Er bezeichnet es als „Skandal, dass die Eltern über diese Aktion vorab nicht einmal informiert wurden“.
Die FPÖ fordert „eine lückenlose und transparente Aufklärung der Vorgänge“. Es müsse offengelegt werden, „wer die Einführung des Ramadan-Kalenders veranlasst und genehmigt hat, welche konkreten Inhalte den Kindern vermittelt wurden und warum die Eltern nicht rechtzeitig und umfassend informiert wurden. Zudem muss geklärt werden, ob es vergleichbare Projekte in anderen Wiener Kindergarten-Einrichtungen gibt“, so Krauss.
Auch FPÖ-Familiensprecherin NAbg. Ricarda Berger äußerte sich. Sie spricht von „Frühislamisierung im Kanzler-Kindergarten“ und bezeichnet den Vorfall als „einen weiteren, traurigen Beweis für die fortschreitende Islamisierung in Österreich“.
Die Erklärung der Kindergartenleitung, es habe sich um eine „Tradition aus dem familiären Umfeld eines Kindes“ gehandelt, sei für sie „eine brandgefährliche Verharmlosung“. Wörtlich erklärt Berger: „Das ist kein Versehen, das ist System.“
Weiter heißt es in ihrer Aussendung: „Schluss mit der Unterwerfung unter den politischen Islam – es ist Zeit, unsere Kinder und unsere Heimat zu schützen!“
Kommentare