Emotional, respektvoll und kritisch – so verlief die neueste Folge des Videopodcasts „Message Macht Medien“ auf krone.tv, in der sich NIUS-Chefredakteur Julian Reichelt den Fragen von Kommunikationsexperten Gerald Fleischmann stellte. Der ehemalige BILD-Chefredakteur und nunmehrige Anchor der Sendung „Achtung, Reichelt!“ geizte dabei nicht mit deutlichen Worten.

Die erste Schelte holten sich die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ORF und ARD/ZDF ab: „Die Verpflichtung und Selbstverpflichtung zum Beispiel des öffentlich-rechtlichen Fernsehens. Das sind die Regeln, die sich der Journalismus gegeben hat, gegen diese Regeln ist ja aus Sicht der Zuschauer über mindestens ein Jahrzehnt, wenn nicht mehr strukturell und geradezu bösartig verstoßen worden. Deswegen erleben wir den Kollaps des Vertrauens in genau diese Medien.“

Mullah-Regime in Iran

Die nächste Tachtel setzte es für das Mullah-Regime im Iran. Reichelt: „Ich persönlich halte Israel für die Frontlinie des Freien Westens. Ich habe als Reporter den Iran in Action erlebt im Irak, in Afghanistan, in Syrien. Ich weiß, wozu dieses islamistische Monstrum Mullah-Regime in der Lage ist. Und ich glaube, der Tag, an dem es von der Erde getilgt ist, ist ein großer Tag für diese Welt.“ Fleischmann wollte dann wissen, ob Thilo Sarrazin recht hatte. Der deutsche Autor hatte vor etwa 15 Jahren eine „Islamisierung“ Deutschlands vorhergesagt. Reichelt: „Wir entwickeln uns in Houellebecqs Vision von der ‚Unterwerfung‘ (der französische Autor verfasste den gleichnamigen Roman über ein christliches Land, das sich dem Islam unterwirft, Anm.). Weil wir einfach einer Heerschar junger Männer, einer de facto an vielen Punkten islamistischen Armee, die Tür geöffnet haben, statt unsere Grenzen zu verteidigen. Das war ein zivilisatorischer Fehler.“

AfD und Russland

Hitzig wurde es in der Debatte über Rechtspopulisten und deren Position zu Russland. Zunächst stellte der „NIUS“-Chef klar: „Wladimir Putin ist ein alter KGB-Mann. …“
Fleischmann: „Ist er ein Kriegsverbrecher?“
Reichelt: „Ob Wladimir Putin ein Kriegsverbrecher ist, ist doch die Frage schon absurd. Natürlich ist Wladimir Putin in oberster politischer Verantwortung nicht nur für Kriegsverbrechen, sondern vieles, ich habe sie selber miterlebt. Ich habe als Reporter die Bombardierung von Kindergärten in Syrien erlebt durch die russische Luftwaffe. Ich habe schon über Putin als Kriegsverbrecher gesprochen, als noch nicht jeder 18 Ukraine-Flaggen in seinem komischen Social-Media-Profil hatte.“ Fleischmann wollte wissen, was Reichelt vom „russischen Narrativ“ hält, demzufolge der Westen von „Globalisten“ zerstört würde. Reichelt: „Kein normaler Mensch glaubt an eine Weltverschwörung. Also, die Frage ist eine Beleidigung. Welcher Idiot glaubt an eine Weltverschwörung?“

Reichelt: „Ich glaube, manche in der AfD und in der FPÖ erzählen ein Kreml-Zeug, was ich persönlich als jemand, der tief im Freien Westen verankert ist, irgendwas zwischen befremdlich und manchmal sogar abscheulich finde. Aber ich lehne zutiefst ab, sozusagen dieses ganze Geheimdienstsprachliche und so zu tun, als wäre das nachgewiesen, ein Arm Moskaus.“