Rennen um die Hofburg: Wird er Van der Bellens Nachfolger?
Ein früherer SPÖ-Landeshauptmann meldet sich mit Blick auf die nächste Bundespräsidentenwahl zu Wort und sorgt mit klaren Ansagen zur eigenen Partei für Aufsehen. Begriffe wie „überparteilich” und Kritik an der aktuellen SPÖ-Führung sorgen für politischen Zündstoff.
Der ehemalige burgenländische Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) hat sein Interesse an einer Kandidatur bei der nächsten Bundespräsidentenwahl bekundet. Gegenüber der Krone erklärte der amtierende Sport-Austria-Präsident, er plane, bei der Wahl für das höchste Amt im Staat im Jahr 2028 anzutreten. Sollte er nicht als Kandidat der SPÖ nominiert werden, würde er „gegebenenfalls auch ohne die links-linke Babler-SPÖ als überparteilicher Kandidat” antreten, so Niessl.
„Hofburg durchlüften“: Niessl denkt laut über ein völlig neues Präsidentenamt nach
Über sein Amtsverständnis im Falle einer Wahl hat sich der langjährige Landeshauptmann des Burgenlands auch schon Gedanken gemacht. „Ich möchte das Präsidentenamt reformieren und viel mehr direkt bei den Menschen im Land sein. Sich bei den Festspielen in Salzburg, Bregenz und Mörbisch zu zeigen, reicht nicht“, so Niessl mit offenbar kritischem Blick auf den amtierenden Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen. Er wolle die Hofburg „durchlüften”, den Gemeinde- und den Städtebund häufiger treffen, jeden Monat ein Bundesland besuchen und sich beim traditionellen Essen am Vorabend der Landeshauptleute-Konferenz dazusetzen, sagte der ehemalige Landeshauptmann.
SPÖ abwartend, Doskozil für ernsthafte Überlegungen
Aus der SPÖ hieß es am Dienstagabend auf Anfrage, man nehme „das Gesagte mit Interesse zur Kenntnis”. Fakt sei, dass die Wahl in der Hofburg erst 2028 stattfinde. Grundsätzlich entscheide die SPÖ über ihre Bundespräsidentschaftskandidaten in ihren Parteigremien. Sobald es hier zu einer Entscheidung gekommen ist, werden wir informieren“, so die Bundespartei in einer Stellungnahme.
Der burgenländische Landeshauptmann und Niessls Nachfolger Hans Peter Doskozil (SPÖ) empfahl seiner Bundespartei hingegen, die Option „ernsthaft zu prüfen”. Niessl habe sich als langjähriger Landeshauptmann und Landesparteivorsitzender große Verdienste erworben und genieße auch über Parteigrenzen hinweg Anerkennung. „Dass er sich mit einer möglichen Präsidentschaftskandidatur beschäftigt, ist eine persönliche Entscheidung, die er sich sicher gut überlegt hat. Die Bundespartei wäre gut beraten, diese Option ernsthaft zu prüfen und nicht leichtfertig vom Tisch zu wischen“, so Doskozil.
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