Rückkehr-Flaute entlarvt: 99 Prozent der Syrer bleiben
Über ein Jahr nach dem Sturz Assads zeigt die Statistik ein klares Bild: Fast niemand kehrt zurück. Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache.
Seit dem Sturz von Langzeitmachthaber Bashar al-Assad Ende 2024 hat sich die politische Lage in Syrien grundlegend verändert. An der Spitze steht nun Ahmed al-Sharaa, der sich staatsmännisch gibt und international rasch Anerkennung fand. Die Auswirkungen auf Österreich sind jedoch überschaubar.
Laut Innenministerium sind im Zeitraum 9. Dezember 2024 bis 30. Jänner 2026 lediglich 860 Syrer freiwillig nach Syrien zurückgekehrt. „Eine Rückkehr aus Österreich nach Syrien findet laufend statt“, heißt es dazu. Insgesamt leben derzeit rund 105.000 Syrer in Österreich – damit nutzten nur rund 0,81 Prozent die Möglichkeit der freiwilligen Rückkehr.
Freiwillige Rückkehr
Zusätzlich wurden knapp über 100 Personen zwangsweise außer Landes gebracht. Allein 2025 verließen 805 Syrer freiwillig Österreich, 121 wurden abgeschoben, die meisten davon in andere EU-Staaten im Rahmen des Dublin-Verfahrens.
Für die freiwillige Rückkehr wirbt der Staat mit finanzieller Unterstützung. Über die Plattform returnfromaustria.at wird Syrern in mehreren Sprachen erklärt: Bis zu 1.000 Euro Bargeld, für Familien gedeckelt bei 3.000 Euro, sollen den Neustart erleichtern.
Extrem niedrige Rückkehrzahlen
Politisch bleibt das Thema umstritten. Die Regierung kündigt an, Abschiebungen nach Syrien auszuweiten. Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) betonte nach einem Treffen in Damaskus, man wolle „klare Kante“ gegenüber jenen zeigen, die kein Bleiberecht haben. Die FPÖ fordert deutlich mehr Abschiebungen und kritisiert, dass 2025 weiteren 2.500 Syrern Asyl gewährt wurde.
Fix ist: Trotz neuer Führung in Damaskus und Rückkehrhilfe bleibt die Rückkehrquote extrem niedrig – während Syrer weiterhin die größte Gruppe von Asylwerbern in Österreich stellen.
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