Russlands Öl-Einnahmen im Visier: Von der Leyen verkündet 20. Sanktionspaket
Kurz vor dem vierten Jahrestag des Russland-Ukraine-Kriegs hat die EU-Kommission ihren Entwurf für ein 20. Sanktionspaket gegen Moskau präsentiert. Mit dem Paket soll der Druck auf den Kreml erhöht und seine Öl-Einnahmen drastisch reduziert werden.
Kernpunkt des Vorschlags ist ein umfassendes Verbot maritimer Dienstleistungen für Tanker mit russischem Rohöl, wie Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte. Das betrifft Versicherungen, Finanzierung, Zertifizierungen und Hafendienste – kurz gesagt: alles, was den Transport russischer Energie über die Meere ermöglicht.
Die Maßnahme werde es Moskau erschweren, Käufer für sein Öl zu finden, argumentierte von der Leyen. Das Verbot solle in Zusammenarbeit mit Partnern der EU umgesetzt werden, “nach einer Entscheidung der G7”, fügte die Kommissionspräsidentin hinzu. In der G7-Gruppe arbeiten führende Industriestaaten zusammen.
Das Sanktionspaket sieht auch ein Verbot der Wartung und anderer Dienstleistungen für russische Flüssiggas-Tanker und Eisbrecher vor. Außerdem sollen 43 weitere Schiffe der russischen Schattenflotte auf die Sanktionsliste gesetzt werden, die damit 640 Schiffe umfassen würde. Als Schattenflotte werden die oft veralteten und unter fremder Flagge fahrenden Schiffe bezeichnet, mit denen Russland Sanktionen umgeht, unter anderem das Öl-Embargo.
Krypto-Sektor im Visier
Weitere Sanktionen richten sich gegen das russische Bankensystem, den Krypto-Sektor des Landes sowie eine Reihe von Exportgütern. Die EU-Kommission will es ihren Mitgliedstaaten zudem verbieten, bestimmte Fertigungsmaschinen und Funkgeräte in Länder zu exportieren, in denen ein Weiterverkauf nach Russland wahrscheinlich wäre.
Von der Leyen rief die EU-Länder dazu auf, die neuen Sanktionen schnell zu beschließen, damit sie noch vor dem vierten Jahrestag der russischen Angriffs im Nachbarland in Kraft treten könnten.
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